30.05.2008 - Geländetraining mit Siggi Haaf

Ein schööööner Tag mit Siggi Haaf!

Opelchen, Ria, Momo und der Herr Jackomo sind ein schönes Gespann (Teba musste leider verletzungsbedingt zu hause bleiben - Corinna bei ihr! :-(). Noch schöööner aber, wie wir Anja, Rocki, Andrea und Wishing hinterher fahren. Tempomat rein und auf die Ortskundigkeit anderer Verlassen... bzw. auf deren Navigationsgerät Herrlich! Aber die Fahrt nach Hauenstein ist aufregend. Richtiger Nervenkitzel. Kurz vor dem Ziel muss man eine beachtliche Steigung hinauf. Wer hier einen fahrfehler macht, kommt nicht mehr weiter. Ich lasse dem PS-starkem Audi und dem vollen Anhänger einen Vorsprung. Falls sie es nicht schaffen, muss ich auch anhalten und dann...? Rückwarts die 14% Steigung rollen? Anhänger vorraus? Oder Ausladen, Jackomo an ein Hoftor binden und versuchen ohne größeren Kupplungsschaden den Berg hoch zu kommen? Schieben??? Aber der Audi scheint es zu schaffen. Wie sehr beneide ich Anja um die Automatik. Opelchen hat noch keine. Also, Nerven bewahren. 1. Gang, Gas und los. Wir fahren. Um meinen Motor nicht zu verschrotten bleibe ich bei 2-2,5 tausend Umdrehungen. Das sind nicht ganz 20kmh :o) da kann man sich schön die Gegend angucken. Ich aber nicht. Leicht feuchte Händee umklammere ich mein Lenkrad und bete, das mir jetzt niemand entgegen kommt, der Audi nicht doch irgendwo stehen bleibt, kein Kind, Fußball oder eine Katze vor das Fahrzeug kommt... um keinen Preis anhalten. Minutenlang, der Berg nimmt kein Ende. Irgendwann gewöhne ich mich an diese Art von Autofahrt und auch ein entgegenkommendes Fahrzeug weicht schon aus - ich wäre auch für nichts in der Welt vom Gas gegangen.

Angekommen auf dem Hofgut, erstmal eine Zigarette mit Anja genehmigen. War ja doch aufregend bis hier hin :-)

2,5 stunden! So lang nimmt Siggi sich Zeit für die einzelnen Gruppen. Die letzte für diesen Lehrgang sind wir. Wir + 3 weitere Reiter. 6 Teilnehmer pro Gruppe sind schon eine Menge. Auch bei 2,5 Stunden. Vor allem, wenn das jeweilige Niveau sich stark unterscheidet, wie es in der Vorgruppe der Fall gewesen sein soll. Siggi war noch nicht auf dem Platz, wir lösen selbsständig unsere Pferde. Jackomo war total klebend, wollte nicht von den anderen Pferden weg, machte sich steif und lief hölzern. Na das kann ja was werden! Als erste Übung mit Anwesenheit des Trainers, stand das 400-meter-Tempo-Reiten auf dem Plan. Eine abgemessene Strecke sollten wir in 1 minute rhytmisch durchreiten. Tolle Übung! - Aber leider ohne uns! Jackomo hat sich beim rumhampeln ein eisen abgezogen. Toll. 50 Lehrgang und die Fahrt umsonst? - Neeein! Nicht bei Siggi! Kurzerhand organisierten mir die Veranstalter Hammer und Nägel und Siggi sorgte dafür, das dieses eisen so schnell nicht mehr ab geht! Jackomo blamierte mich zwar bei dieser Schmiedeeinlage völlig - schreckhaft, ungebändigt und unachtsam hampelte er rum und wirbelte mit seinem Fuߠin der gegend rum. ich hatte meine Last ihn zu kontrollieren. Aber inzwischen wusste ich warum er sich so nervig verhält. Ein Gewitter zog auf! Wir beschlossen, das Training ab zu brechen und es gab sogar in der Nähe einen geeigneten Platz zum unterstellen für uns.

6 Panel-Boxen. 5 Davon waren frei. In einer war eine Kuh und ihr Kalb. Nachdem ich Jackomo einigermassen beruhigen konnte (OH GOTT O H GOTT EIN DONNER; ICH MUSS FLIEEEHEEEN!!!) stellte ich ihn neben Frau Muh! Erstaunlicherweise gingen Jackomo und Frau Muh sehr freundlich miteinander um. Er wölpte seinen Hals und schnupperte - Frau Muh machte grosse Augen, und schnupperte zurück. Die Rotbraune Dame wusste vermutlich nicht ob dieses Schwarze nervige etwas Freund oder Feind ist, - einzig klein-Kalbi legte den Kopf ins Stroh und fand alles nicht so aufregend.

Der Hagel prasselte auf den Hof und ich nahm platz auf einer Milchkanne (wie romatisch: eine Silberne Milchkanne im Stroh, bei Regen... Jackomo & Frau Kuh freunden sich an... bald der erste Kuss). Kaffee wäre jetzt nett. Andrea muss mal Pipi. . Anja witzelte: Nimm doch die Milchkanne von Momo und mach da rein! Anja schafft es aber auch jede Romantik im Keim zu ersticken. ;o)

Irgendwann hatte auch dieser Gewitterguss ein Ende und wir krabbelten wieder auf unsere Pferde (ich brigens: von der Milchkanne aus. Die Milchkanne, dein vielseitiger Begleiter: als Stuhl, Klo und Aufstiegshilfe). Jackomo war wieder er selbst. So frisch trabte er jetzt in jeder Richtung, gab sich kooperativ, willig und sogar etwas geschmeidig. War es die frische Liebe zum Rindvieh mit Kind, oder die Erleichterung nicht vom Blitz getroffen zu sein... ich weiss es nicht. Aber er bescherte mir viel Spaߠbeim erneuten warmreiten und abspringen.

Beim folgenden Grabentrainig schaffte es Siggi mit hilfreichen tipps, jedes Pferd über die unterschiedlichsten Varianten zu bekommen. Auch Jackomo konnte nach anfänglicher Sturheit zum mitmachen berredet werden. Besonders spannend - nach dem heftigen Regen wurde aus dem einfachen Graben ein Graben mit fliessendem Wasser. Aber weil keine krokodiele drin wohnen und Jackomo so tapfer vorweg ist, ist auch die kleine Rocki nachgesprungen - um es dann ganz allein allen vor zu machen! Super! Andrea war sich leider manchmal selbst nciht ganz sicher, wegen der Krokodile vielleicht. Aber Anja und ich feuerten sie mit Leibeskräften an. Dann klappts auch mit dem Trakhener-Wassergraben!

weiter über unterschiedliche Geländehindernisse, ein Galopp in der Gruppe und deinen Absprung später fanden wir uns schon fast am Ende der 2,5 Stunden. Nachdem die Pferde nun den Wasser ein & Aussprung kennen lernen durften, (der eine schöner als alle anderen ;)) folgte ein kleiner Abschlussparcour. Hecke, Schweinestall, Wasser, Trakhenergraben (dieser ohne Wasser ;))

Einer der Teilnehmer kam etwas schräg über den Schweinestall, verletze sich dabei am Vorderbein. Der Ballentritt entwickelte sich als sehr blutige Angelegenheit, aber ohne größeres interesse des Reiters. Ohen ab zu steigen ritt er das Pferd die Strecke zurck zum Hof, im Stechtrab brigens. Wir konnten nach beendigung des Trainings sehr gut die Blutspur verfolgen die von der Verletzung ausging.

Vor Ort war (zufällig?) schon der Tierarzt, der das arme Tier sofort behandelte. Die Aterie war getroffen, einzelheiten kenne ich nicht. Nur, ist das wieder ein Beitrag zum schlechten Ruf der Jagdreiter. ich wäre abgestiegen und hätte mir sofort ein Bild von der Verletzung gemacht, sowie einen Druckverband gebastelt! (Ein Auto mit Verbandskasten war vor Ort). Ich drcke dem Wallach die Daumen das er sich nicht schlimmer verletzt hat, das beinnicht durch das Traben auf Asphalt nochmehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Siggi war sichtlich enttäuscht über so viel Reiterlichen egoismus. Nachdem wir unsere Pferde versorgt und verladen hatten, gönnten wir uns noch ein Radler, bevor es die 14% abwärts in Richtung Heimat ging.

Ich heftete mich wieder an den schönen grauen Schweif von Wishing - und wunderte mich bald über viele Kringel, Abfahrten, auffahrten, Abzweigungen... Wir haben definitiv einen anderen Weg nach hauenstein genommen!

Mit etwas verspätng kamen wir dann doch noch im Heimatstall an. - Was war denn los Anja? (Navikaputt?) - Nein. Anja hatte "Heimat" eingegeben. Navi gehorchte. Nur, das Anja nicht ihre Heimat meinte, sondern den Stall von Rockett - das konnte kein Navigationsgerät wissen und so fhrte er uns alle richtung Frankfurt! - Gut, das wir es noch gemerkt haben :-) Viel zu lachen, viel zu denken, einiges zu lernen - das war ein schööööner Tag mit Siggi, Anja und Andrea (übrigens noch kein Kamikaze *tzetzetze*)!

Eure Momo