03./04.05.2008 - Vielseitigkeitslehrgang bei Gerhard Olze, Büdingen

Vielseitigkeitslehrgang mit Gerhard Olze

Büdingen


Kühle Höhepunkte

Was ist das denn für ein Trainer? Die Diskussion begann im Stall und endete erst als wir ihm ins Gesicht schauten: Gerhard Olze.

Pferdewirtschaftsmeister, mehrfacher Sieger in schweren Springen, sowie Landesmeisterin Springen und Vielseitigkeit. Mehrfach siegreich in Landeschampionaten für Reit- und Vielseitigkeitspferde sowie platzierungen beim Bundeschampionat.

Bis zuletzt waren wir uns nicht sicher, ob es der Trainer ist bei dem wir bereits 2006 einen Lehrgang in Büdingen geritten waren. Den mochten wir nämlich beide nicht besonders. Aber weil wir damit wohl nicht die einzigen waren, so hatte ich mitbekommen, unterrichtete er wohl nicht mehr auf dem Rosenhof. Aber sicher war ich mir dessen dann doch nicht.

Umso spannender, in ein völlig fremdes Gesicht zu blicken. - Doch nicht lang, denn es ging nach knapper Vorstellung von unserer Seite gleich an die Arbeit. (Corinna und ich waren natürlich grad noch rechtzeitig, nachdem wir vorher etwas auf der Wiese umherirrten, um ein Plätzchen für die Hunde zu finden. Bei der plötzlichen Sonne wollten wir die beiden nicht im Auto lassen. Aber welcher Platz ist ein guter Schattenplatz für Ria und Balou? - In die Hütte! Die hat leider keine Tür... dann an den dicken Stamm dort - einer Rechts, einer links. Und jetzt schnell rauf auf die Pferde, der Trainer guckt schon so irritiert, nach dem Mott: "Was treiben die Weiber denn da drüben???"

Aber nun trabten die Weiber bergauf bergab, Kringel, Geraden und Übergänge. Aber Jackomo will nur zu seiner Teba und klettet ganz besonders - Teba hingegen will zurück zum Hänger und so kämpfen wir beide gleichermassen mit etwas sturen und sehr steifen Pferden.

Trotzdem ging es zackig weiter - Im Galopp die Wiese hoch und runter, und nach kurzer Zeit schon einen Baumstamm mitnehmen.

Ganz nach Walters Neuentdeckung des "Still-sitzens" gebe ich mir große Mühe das Pferd nicht zu behindern. Jackomo allerdings nimmt das stets als Einladung zu rennen (wenn Teba vor ihm ist) oder rückwärts zu galoppieren, wenn sie hinter ihm ist.

Das veranlasst den Trainer natürlich dazu, uns gleichermassen zu ermahnen: AKTIV WERDEN, AKTIIIIV WERDEN!!! Vermutlich dachte er "Herrgott nochmal, wie sind die denn jemals eine A geritten???"

Wir mussten uns zusammen reissen, spätestens als Jackomo vor einem Sprung stehen blieb, um dann im Stand darüber zu kraxeln wusste ich: im Gelände bei 25° kann ich keinesfalls so still sitzen! - Nicht das jetzt jemand meint, ich hätte nicht geritten und getrieben - das habe ich. Aber eben stiller. Jetzt wurden die Zügel kürzer genommen, die Sporen genutzt und das Pferd auf Spannung gebracht. Siehe da, ich konnte dem Trainer sogar ein kleines Lob entlocken.

Das Training ging schlag auf schlag - zack zack, der letzte hatte die Aufgabe gerade beendet begonn der erste schon mit der nächsten. Große Besprechungen mit dem Trainer fanden ebensowenig statt wie wiederholungen. Gewohnt erst dann eine neue Aufgabe zu beginnen wenn die alte "gut" war - war ich beinahe etwas gehetzt denn hier galt weniger ein "gut" als Hauptsache ein "überwunden". Corinna schaffte es bei den kleineren Sprüngen noch Teba trotz ihrer heutigen mauligkeit zu reiten - doch als es dann ins höhere A-Niveau ging und wir über den im Wasser befindlichen Steg und den großen Absprung reiten sollten bat sie den Trainer eine etwas abgeschwächte runde für sie zu suchen. da stat er auch sofort. Aber es ging nicht langsamer - nur etwas variabler. Ihr drei macht das und dann da und dann den - du machst den und den und dann nur den kleineren da! Zack Zack Zack!

Meine letzte Tour ging ins Wasser und nach dem Wasser über den Steilsprung. Jackomo schaffte sich den Anstieg nach dem Wasser hinauf und war etwas überrascht das da nun noch ein Sprung stand (da sind wir vorher dran vorbei geritten) - er krabbelte drüber, setzte sich beinahe drauf. ich dachte der stamm bricht durch. passiert ist aber nix. Zack-Zack-Trainer-Olze fand aber, das sei nun genug, der Rappe scheint auch etwas müde.

Wen wundert das, in einer Gruppe mit 4 Reitern sind mir eher mal die Pausen zu lang - nicht aber an diesem Samstag. Ich glaube, es gab garkeine Pause.

Weil Corinna mich darum bat, Teba so frech war, setzt ich mich nochmal auf die Stute und musste ordentlich überzeugungsarbeit leisten. Sie rast auf sprünge zu, um dann zu merken "huch ich bin zu schnell, ich halt lieber an" - aber nicht mit mir. Ich halte solang gegen, bis ich zum reiten komme, und dann muss sie springen! PLATSCHPLATSCH mit dem gertchen - und siehe da sie fängt wieder ein bischen an zu zu hören. Als krönenden Abschluss möchte ich auch mit ihr die fantastische wasserpassage reiten: über den steg. Aber dieses nielpferd schießt so rasant ins wasser, das ich weder die kurve bekomme, noch an so einen sprung anreiten würde. beim 3. versuch aber klappt es - hauptsach-drüber-stil und auch wir sind fertig.

Ca 20 verschiedene sprünge, teilweise von beiden seiten sind wir an diesem tag geritten. Es wurd enicht viel geredet, und nicht gelacht. Das Lob beschränkte sich auf "OK!" oder allenfalls mal ein "Das war schon ganz gut!" Für unsichere Reiter ist das nicht sehr motivierend und vor allem in einer augenscheinlich starken gruppe wie an diesem tage, gehen die aufgaben schlag auf schlag. Viel gesehen, aber wenig gehört.

Etwas unmotiviert machten wir uns Sonntags auf den gleichen Weg nach Büdingen. Pferdetausch war angesagt, Corinna wollte lieber den Professor reiten und ich freute mich auf Teba, die so toll geworden ist!

heute nur 3 Reiter, fing ich schon beim gedanken an zu schwitzen wie wenig pausen wir diesmal haben würden. Die Sonne tat ihr übriges.

Doch bereits beim warmreiten war die stimmung viel harmonischer. Tipps zum abreiten, fehleranalyse beim galoppieren entlang eines Hangen "Eure Pferde sind alle nciht richtig ausbalanciert! Alle sringen um, teilweise mehrfach!" - Schade das wir zuhause so viel Flachland haben. Der Galopp in einem Viereck am Hang war für uns tatsächlich schwer im Rhytmus zu halten.

Dann ging es mit viel Ruhe an die ersten Sprünge, die Pferde waren heute auch nicht mehr so spinnig wie am Vortag. Der Trainer war zufrieden und sogar das erste Lob wurde bereits gesprochen. Wir trainierten an den Absprüngen und aufsprüngen und bauten systematisch auf - trab, 1 aufsprung, trab 2 aufsprünge, galopp 1 aufsprung, galopp 2 aufsprünge usw. mir ist es leichter gefallen mich zu konzentrieren da sich die zeit genommen wurde auch mal etwas zu wiederholen wenn es nicht gut war.

Corinna taute auf jackomo richtig auf "Da geht ja der Punk ab!" lachte unser Gerhard Olze - wir lachten mit. Auch als Jackomo vor dem Wassereinsprung parte "Ei-Ei-Ei... was war das denn? Auf gehts - nochmaal!" es klappte. Sogar den Sprung im Wasser machten die beiden mit Bravour. "so will ich dich sehen! Das gefällt mir!" Mit srahlendem grinsen bewätigten wir alle gestellten Aufgaben und ein gutelaunetrio verliess den PLatz. Sicherlich kein Trainer für Hasenfüße oder Faulenzer. Hier wird geritten! Ohne viel Klimbim wird gefordert und gelobt - aber wir sind ja keine Hausfrauenreitgruppe. Einige Sprünge waren echt Highlights - und wenn man erstmal gegen die Kühle Aura angekommen ist, war es auch richtig spaßig!

Eure Momo