***NEU*** 19.11.2013 Eigentlich

Tja, eigentlich…
Eigentlich war alles ganz anders geplant.
Eigentlich war es noch zu früh.
Und Eigentlich wollte ich ja auch noch gar nicht.
Tja, eigentlich…

Aber jetzt mal von vorne.
Meine Reitlehrerin war mit einer Ihrer Reitschülerinnen auf der Wintermühle in Neu-Anspach nach einem Pferd kucken. Von zwei Stück wurden Videos mitgebracht, die im Stall natürlich genauestens analysiert wurden.
Video 1 zeigte einen Fuchs, schick, tolle Gänge. Dann kam Video 2. Ein kleiner Schwarzer, vierjährig, Mords Trab, einfach ein Traum, Gummi ohne Ende. Ich hatte mich sofort in den verliebt. Tja, aber ein drittes Pferd? Nein, größenwahnsinnig bin ich dann doch nicht. Heidi stand zu der Zeit zwar schon auf der Rentnerkoppel, aber trotzdem.
Meiner Reitlehrerin gefiel der Schwarze aber ebenfalls sehr gut und schnell reifte die verrückte Idee, den Kleinen gemeinsam zu kaufen, weiter auszubilden und entweder als Nachwuchspferd zu behalten oder nach einigen Turnierstarts wieder zu verkaufen.
Also auf der Wintermühle angerufen. Da es dann nicht nur bei dem Kleinen bleiben sollte und auch gerade ein Schwung neuer Pferde gekaufte worden war, wurde ein Termin für übernächstes Wochenende ausgemacht – der Schwarze sollte für uns reserviert werden.
Kurz vorher kam leider die Absage, die neuen Pferde waren noch nicht da, also nochmal verschoben. Jetzt kam uns leider die Kastration der Neuen dazwischen, also nochmal warten.
Dann endlich der Anruf, wir können kommen. Es wäre auch noch ein Sahnehäubchen mit dabei, ein Dunkler aus Celle, bestes Springblut und beim Freispringen ein Traum.
Wir also den Galaxy vollgeladen und mit Reitlehrerin, Stallbesitzerin, Lauri und einer weiteren glücklichen Wintermühle-Pferd Besitzerin gen Neu-Anspach gefahren.
Dort angekommen wurde wir erst mal herzlich begrüßt. Aber – wo sind die Pferde? Also schnell wieder rein ins Auto und wie abgesprochen ab auf die Außenstelle.
Dort angekommen wurden gerade zwei schicke Vierbeiner in die Halle geführt. Kurz mit den Bereitern bekannt gemacht und los ging’s.
Stütchen eins fiel bei uns direkt durch, zwar viel Potenzial, aber nein, die war’s einfach nicht. Alle Blicke richteten sich auf den dunklen Wallach, ein Charmeur durch und durch und einfach nur toll. Der Galopp ein wahrer Traum, ruhig, gesetzt, genial anzuschauen. Schnell war klar, der muss ausprobiert werden und so ist Lauri draufgekrabbelt. Ui hat die geschnauft  Ganz schön Schwung hat der hübsche Kerl – Lester Piggott übrigens. Aber das Grinsen wurde immer Größer und so musste dann auch die Reitlehrerin drauf. Gleiches Ergebnis: Der ist toll! Ich hab mich wegen Dressursattel mit viel Pausche und allem nicht drauf getraut, aber hey, wenn zwei Mädels so strahlen, kann der Herr nur gut sein.
Dann kam eine dunkle Stute. Von allen die einhellige Meinung – die ist was für Rino. Kernig, groß, mit Go dahinter. Stuti wurde auch erstmal ablongiert, dann kam die Bereiterin drauf. Uiuiui, bei mir hat alles gekribbelt. Als dann endlich die Frage kam, ob jemand drauf möchte, musste ich natürlich sofort bejahen, trotz Dressursattel und kleiner Sattelfläche.
Also hoch und was soll ich sagen? Einfach wohlgefühlt. An den Galopp haben wir uns noch nicht rangetraut, das wurde dann am Sonntag nachgeholt, gleich mehr.

Unser erster Ritt



Denn jetzt kam ja noch das Sahnehäubchen, der kleine Springer. Alle waren hin und weg von dem dreijährigen, eine Wahnsinns-Ausstrahlung und von der Abstammung reden wir gar nicht. Alles was Rang und Namen im Springsport hat ist da irgendwie mit vertreten.
Da der kleine Mann noch fast roh ist, wurde auch er ablongiert und dann vom Bereiter kurz vorgestellt – ein absolutes Baby. Somit ist von uns auch keiner mehr drauf, das wollten wir dem Schicken doch nicht antun.

Nach kurzem Hin und Her wurde beschlossen, dass meine Reitlehrerin und ich am nächsten Tag nochmal auf die Wintermühle selbst kommen und Lester sowie Stuti dort nochmal ausprobieren.
Also am nächsten Tag wieder gen Wintermühle. Schnell die Beiden fertig gemacht und ab in die Halle. Anfangs hatte ich ein kleines Pulverfass mit Stuti unter mir, was sich aber innerhalb zwei Runden gegeben hat. Der Trab war dann schon viel viel viel besser als am Vortag, einfach toll. Also wagten wir uns doch mal an den Galopp. Etwas mulmig war mir dabei ja schon, aber egal, mehr wie runterfallen geht nicht (wobei diesmal der Sattel ein Traum war, ein Devocoux, himmlisch sag ich Euch). Also Galopphilfe und ab ging’s. Tja, und nun kam die riesen Überraschung: Der Galopp war einfach das absolute Wahnsinn, ich war so überwältig, dass ich nach 2 Zirkelrunden zum Schritt durchpariert bin, die Zügel auf den Hals geschmissen habe und Stuti nur noch um den Hals gefallen bin. Die Bereiterin und meine Reitlehrerin konnten auch nur noch grinsen, es muss ein tolles Bild gewesen sein.
Jetzt noch mal die Pferde getauscht, Reitlehrerin auf Stuti, ich auf Lester. Naja… Lester ist ein ganz tolles Pferd, aber die Chemie zwischen uns wollte nicht so ganz. Wäre bestimmt was, was man sich erarbeiten kann aber bei Stuti hat das Herz sofort gestrahlt. Und da auch meine Reitlehrerin nach dem kurzen Ritt auf Stuti sehr angetan war, gab es gar keine andere Entscheidungsmöglichkeit mehr, für mich musste Stuti ins Haus. Da meine Reitlehrerin aber mehr Interesse an Lester hatte, kam ein gemeinsamer Kauf dann nicht in Frage.
Egal, Stuti musste mit. Also Arnold Winter die Entscheidung mitgeteilt, kurz das weitere Vorgehen geklärt und ab nach Hause. Am nächsten Tag wollte Arnold Winter nochmal den Tierarzt kucken lassen und dann, ja dann könnten wir sie abholen. Ich saß den ganzen Tag wie auf Kohlen auf Arbeit und habe auf den Anruf meiner Reitlehrerin gewartet und endlich, um 14:08 Uhr klingelte das Telefon.
Abends dann im Stall getroffen und noch irgendwie einen Hänger organisiert und los ging es am dritten Tag in Folge zur Wintermühle. Besonders gefreut hat mich, dass mein Freund mitgefahren ist, der anfangs über den Überraschungskauf etwas geschockt war (jap, manchmal muss man im Leben einfach verrückt sein).
Auch an diesem Tag wurden wir wieder herzlich begrüßt. Jetzt noch schnell alles Vertragliche Regeln und dann durfte ich Stuti mein Eigen nennen.
An der Box angekommen erwartet mich noch eine Überraschung – der Hufschmied war an diesem Tag da und hat Stuti vorne noch frisch beschlagen. Wahnsinn, wie toll ist das denn? Erst ein ganz frischer TÜV, dann noch frisch gemacht Füße, das ist Service von der Wintermühle vom Feinsten!
So, jetzt aber schnell verladen und ab ins neue Zuhause!!
Nach gut 30 Minuten Fahrt mit einem super braven Pferd im Hänger sind wir heile gegen halb neun abends daheim angekommen. Noch ein paar Runden Schritt in der Halle zum beruhigen und abtrocken (ja, wir haben ja noch das lange Winterfell) und dann geht’s ab in die Übergangsbox – zumindest schon mal neben Teschi.
Einen weiteren Tag später geht es für meine Reitlehrerin wieder zur Wintermühle, diesmal, um Lester abzuholen… Braucht es da noch mehr Worte???

Tja, und somit habe ich jetzt wieder 2 Pferde – Eigentlich wollte ich das doch gar nicht…

<3

Eure Rino