15.06.2013 Luhmühlen


Im Schlaraffenland der Vielseitigkeit
Dieses jahr war es endlich soweit:

Der lang ersehnte Trip nach Luhmühlen fand statt. Samstag in aller früh treffen mein Mann und ich uns mit Julia und fahren los gen Luhmühlen. Nach wochenlangen Regenfällen soll es ein trockener Tag bleiben, wir hoffen das Beste.

Wegen eines Unfalls unterwegs mit Stau kommen wir leider später als geplant an und die CIC*** Prüfung läuft schon- aber wir haben soweit Glück das unsere Favoriten Andreas Ostholt und Ingrid Klimke noch nicht durch sind, also machen wir uns nach einem Blick auf den Platz im Stadion auf ins Gelände.

Der erste wirklich beeindruckene Sprung an den wir ganz nah ran kommen ist die Brücke nach Malmö - hier in Luhmühlen geht es ja auch um die Qualifikation für Malmö. Davon abgesehen das man live an der Strecke erstmal sieht WIE mächtig diese Hindernisse wirklich sind bin ich ebenfalls fasziniert davon mit vielen Liebe zum Detail die Hindernisse gebaut sind. Kaum ein Sprung ist einfach nur ein Hinderniss, es gibt Enten im Teich, Fontänen, Boote, Wildschweine, Sprünge bei denen Bären Fische fangen, Pferdekörper aus Hecken mit Holzkopf und vieles mehr.



hier ein schwedisches Glückspferdchen unter der Brücke nach Malmö


und ein Reiter über der Brücke

So impossant es ist hier zu stehen es gibt ja noch viel mehr zu sehen. Zum Beispiel der großen wie ein Oxer gebauten Sprung nicht weit vor der Brücke:Diese Hindernisse sind wie schon erwähnt in der CIC*** Prüfung und ich überlege was man bei diesen Klötzen von Sprüngen noch steigern kann für die 4* Prüfung. Aber erstmal machen wir uns auf den Weg zu unserem ersten Wasserhinderniss, dem DHL Komplex.
Gespannt warten wir auf den ersten Reiter der nach einer langen Galoppstrecke durch den Wald kommt.
Nach der Galoppstrecke auf der die Pferde erstmals ohne Zuschauer richtig zum Laufen kommen heißt es hier die Pferde wieder leicht zu sich zu holen und aufmerksam zu machen um zunächst über das Entenhaus zu springen, Einritt ins Wasser auf die Insel, über das Boot wieder ins Wasser und ausreiten ohne Sprung




Hier der Wasserkomplex und Andreas Ostholt mit So Isset nach dem Wasser auf dem Weg zum Oxer

So interessant es auch hier ist- es gibt ja noch so viel mehr und wir suchen den weiteren Streckenverlauf ohne das Waldstück abzulaufen.... Wir werden fündig und kommen auf das Stück mit Start und Ziel.
Genau passend denn Ingrid Klimke ist am Start und wir sehen sie bei den ersten Sprüngen ebenso wie den Zieleinlauf. Genau auf der anderen Seite befindet sich der Meßmer Teich, diesen Wasserteil heben wir uns aber für die 4* Prüfung auf und gehen weiter in die Strecke...

Ingrid am ersten Sprung der Strecke


Kurz nach dem Start von Ingrid erreicht ein anderer Reiter den letzten Sprung

Wir sind jetzt schon hin und weg von diesen gewaltigen Sprüngen, den tollen Pferden und guten Reitern.
Die erste Prüfung ist leider schon zu Ende aber nach einer Umbaupause kommt ja der Höhepunkt und wir sehen alle Starter in der CIC****, etwas Zeit für uns um die Geländestrecke weiter zu erkunden und uns zu informieren wo genau geritten wird.
Die Reiter starten in Abständen von 4 Minuten was erstmal etwas zäh wirkt aber wir stellen fest es gibt den Zuschauern genug Zeit um Ihren Standpunkt zu ändern ohne viel zu verpassen und auch den Reitern gibt es Zeit um sich nicht in die Quere zu kommen.

Wir suchen uns also den nächsten Punkt an dem wir gucken wollen und setzen uns erstmal in die Sonne...

Von unserem Pausenpunkt aus haben wir ohne lange Wege gleich mehrer Hindernisse im Auge, einen großen Tisch mit Wildschweinen drunter, einen kleineren Wasserteil mit den Bärenhindernissen, einen weiteren großen Tisch eine kleinere Galoppstrecke und ein schmales Element.

leider etwas unscharf der Reiter am Wildscheinstall


die diagonal zu reitenden Bärensprünge im Wasser


und mit Tempo raus aus dem Wasser auf ein kleines galoppstück

Unterwegs fallen uns immer wieder Kinder und Jugendliche mit ihren Pony auf.
Alle sehr schön zurecht gemacht, weiße Schabracken die Kids vorbildlich mit Schutzwesten und wir fragen uns immer wieder was sie neben der Strecke wohl machen.
Überrascht sind wir auch von dem Benehmen der Ponys, ganz relaxt stehen sie neben der Strecke wärend die Cracks recht dicht vorbei kommen, ich glaube wir alle kennen genug Pferde/Ponies die da eher mitlaufen wollen als ganz cool stehen zu bleiben.
Wir sollten schlauer werden:
Das sind Meldereiter!
Diese Kids trainieren mit ihrem Pferdchen dort und starten auch teils selbst bereits in der Vielseitigkeit. Während des Turniers sind sie auf der Strecke unterwegs und sammeln die Wertungskarten an den Hindernissen von den Hindernissrichtern ein und bringen sie an die zentrale Rechenstelle für die Gesamtwertung!

hier wird eines der Ponys gehalten wärend das Mädel die Karten holt

Ich könnte euch noch viel viel mehr tolle Hindernisse beschreiben und Bilder zeigen aber das wäre wohl deutlich zu viel...
Also zeige ich Euch noch den Graben mit anschließender Hecke - für mich eines der Highlights in diesem Parcour das die Pferde wirklich hoch und weit "fliegen" müssen, danach allerdings auch gleich wieder beim Reiter sein müssen um die diagonal stehenden Pferdeelemente korrekt nehmen zu können...

auf dem Foto sieht es schon toll aus, live ist es der Hammer

Und zum Schluß stellen wir uns an den Meßmer Teich - leider gibt es hier erstmal eine längere Unterbrechung wegen einem Sturz. Im Stadion ist ein Reiter mit Pferd gestürzt an einem vergleichsweise einfachem Hinderniss. Nachdem es zunächst keine weiteren Informationen gibt, lediglich die Durchsage das die Pause länger dauern wird bekommen wir von anderen Zuschauen den Hinweis das dieser Sturz für das Pferd tödlich war - ein trauriger Vorfall an diesem sonst so tollen Tag der mal wieder zeigt das dieser so herrliche Sport leider nicht ganz ungefährlich ist.
Deswegen sollte man betonen, das Pferd und Reiter nur in solchen Springen starten wenn alle Vorraussetzungen stimmen - sind Pferd oder Reiter nicht 100% fit und sicher gehen sie nicht auf die Strecke oder die Reiter verzichten mitten auf der Strecke wenn sie merken es passt heute doch nicht alles.
Daran erkennt man meiner Meinung auch einen wahrhaft großen Reiter - nicht auf Kosten der Sportpartner Pferd irgendwie die Prüfung zu ende reiten sondern eben auch mal verzichten und es ein andermal zu versuchen. Und trotz aller Vorsicht kann es zu solchen Unglücken kommen :(
In der Zwischenzeit fängt es an zu regnen da wir unter Bäumen stehen fällt uns erstmal nicht auf wie sehr es schüttet...
Und dann geht es weiter - der erste Reiter kommt an den Meßmer Teich und ich staune einmal mehr wie sehr diese Pferde ihrem Reiter vertrauen, mit wieviel Ergeiz und Herz sie auf der Strecke sind und für ihren Reiter kämpfen...
Die folgenden Bilder zeigen unseren Dibo am Wasser

Einsprung Meßmer Teich


Nach dem Einsprung kam ein schmales Element im Wasser und Ausritt mit Ecke


Und zu guter Letzt ging es aus diesem Komplex über den Tisch mit Hecke- hier sieht man denke ich auch sehr gut wie mächtig diese Hindernisse sind denn das Pferd verschwindet im Sprung komplett

Schade Schade dieser tolle Tag geht vorbei- wegen dem starken Regen haben dann doch ein paar Reiter verzichtet.

Mein Fazit, oder unser Fazit:
Wir kommen wieder!!!

Dieses Event kann man jedem Pferdefreund wirklich empfehlen, ob nun selbst Reiter oder nicht - man sieht tolle Paare in bester Form auf einer Strecke die mit viel Liebe zum Detail alleine schon ein Hingucker ist.

Das Gefühl an der Strecke wenn der Boden unter den Hufen bebt und man das Schnauben der Pferde hört, erlebt wie die Tiere kämpfen und die Reiter hier und da ermutigend oder beruhigend mit den Pferden reden kann man nicht beschreiben- das ist Gänsehauterlebniss pur!
Eure Nicole