18.-19.07.2012 - Turnier in Weiterstadt

An diesem Wochenende, welches direkt nach dem viertägigem Hochsommer kam den wir in Deutschland hatten, fuhren Corinna und ich mit Aurora nach Weiterstadt.
Für den Samstag war ein A* Stilspringen mit Standardanforderungen sowie ein A** Stilspringen geplant.

Wir waren reichlich früh und es gab auch gute 20 Minuten Verspätung. Ein glück für den tollen Verkaufsstand, der einige Teile an uns los wurde. Irgendwie muss man ja die Wartezeit rum bekommen :)

Nachdem der Parcour besichtigt und Aurora ausreichend warm geritten war, kam ich auch endlich dran. Ich war recht optimistisch denn auf dem Abreiteplatz kam ich gut mit ihr zurecht.
Das einzige Manko war ein fehlendes martingal, denn ich Dussel hatte ausversehen die Zügel ohne Martingalstopper eingepackt. Nun musste es ohne gehen. Ob es nun daran lag oder nicht - Aurora ging vor den Sprüngen mords auf Zug und auch etwas gegen die Hand, überstreckte sich hier und da und sperrte das Maul weil ich nicht nachgab. Ich bekam Sie trotzdem recht gut an die Sprünge, die Stangen bleiben liegen und der Rhythmus erhalten. Nur der lange Weg auf den letzten Sprung vermasselte mir die Nullrunde - hier vermeterten wir uns dann leider recht deutlich.
Zufriden war ich allemal, auch wenn klar war das es nun nicht für ein Schleifchen reichen kann... ja von wegen - 6,2 abzgl 0,5 - das verwunderte uns jetzt doch. Klar, es war keine 8,sonstwas aber eine hohe 6er hätte ich mir schon gegeben. Na was solls. vermutlich war den Richterinnen der Ritt "zu sehr mit der Hand" oder so, unharmonisch oder was dann da für Worte fallen.
Wir waren happy denn das Aurora sich trotz Übermotivation so gehorsam und fast fehlerfrei zeigt ist nicht immer so gewesen.

Es gibt leider keine Fotos, aber ein Video von dem Ritt, das werde ich noch uploaden.

Während meines Ritts hatte es zu regnen begonnen und das nun ziemlich stark. Ich beeilte mich zurück zum Anhänger zu kommen und stellte sort dann fest, das alle Autoscheiben ein paar cm offen waren, weil Ria drin sitzt und es nun schön rein regnete.
Den Schlüssel hatte Corinna. Ich also zurück zum Turnierplatz doch da kam sie mir schon schimpfend und fluchend entgegen. Wir schützen uns nass wie wir waren, vor weiterem Regen in Auto & Anhänger bis es vorbei war.
Unter meinen Chaps war ich noch trocken. Aber der Rest...

Nunja, welch Glück hatte ich zuvor ja ein neues Turniershirt gekauft, das konnte ich sogleich einweihen.

Während wir bei der Springpferdeprüfung zuschauten wartete Aurora auf dem Anhänger. Die Sonne kam raus, der Boden trocknete ab.
Aber es war eher unangenehm schwül.
Die nächste Prüfung war nicht mehr weit und beim erneuten abreiten merkte ich schon das die Stute sehr matt ist. Fast schon faul und triebig. Aber dennoch aufmerksam am Sprung. War es nun gut, das ich sie so hinreiten konnte oder war es schlecht das ich sie so hinreiten musste?
So kannte ich sie zumindest nicht.
Ich besprach mit Corinna, die Hand zu heben sollte sie auch auf dem Rasenplatz nicht frischer laufen.
Im Parcour grüßte ich und kam gut zu Sprung 1. Aber irgendwas geschah, das Aurora nicht los sprang - ich aber schon - und dann sie auch. Kennt Ihr das, wenn der Reiter vorm Pferd springt und das pferd dann wie ein Hubschrauber hinterher? Nun, es sieht ganz lustig aus weil der Reiter alle viere von sich streckend in die Luft geschmissen wird und dann beim landeanflug versucht den Sattel zurück zu erobern. So geschehen an Spring 1 dieses A** Springens.
Ich hatte Glück und fand mein Pferd und meinen Sattel, noch größeres Glück denn das Pferd blieb artig stehen und wartete bis ich auch Zügel und Bügel wieder hatte. In dem Moment war ich schon bereit die Prüfung freiwillig zu beenden, aber ein Korrektursprung sollte es schon noch sein. ich ritt also an und versuchte die Distanz, die auch eher schlecht als recht war. Als auch der 4. Sprung nicht rund wurde, liess ich es bleiben. Das Pferd war matt und es machte keinen Sinn.
Ich klopfte die Stute und stieg ab.
Jetzt begannen bei mir auch Kopfschmerzen, lag es am Stunt oder auch am Wetter? Schwer zu sagen.
Das Problem das Aurora nicht gefressen und getrunken hat, wir müssen ihr noch öfter Wasser anbieten und sie vielleicht zum grasen raus nehmen. Sie hatte zwar nicht sehr lange im Anhänger gestanden, aber gepaart mit der dicken Luft war sie einfach entkräftet.
Wir knuddelten Sie, weil sie trotzdem so tapfer und lieb ist und versprechen hoch und heilig das wir es in Zukunft besser wissen!


Sprung 1: *ohne Worte*


besser-wirds-nicht.

Auf dem Abreiteplatz treffen wir noch Nadja, sie startet morgen mit uns in der Mannschaft und hatte das Dilemma gesehen. Na die freut sich ja jetzt :-D
Sie konnte die Prüfung gut beenden, Nine, die nach ihr noch ein L ritt hatte aber auch andere Pläne als Endor. Der Schimmel nämlich spielte Mikado, Bowling oder Yenga - und Nine hob auch die Hand und wollte das Ergebnis lieber nicht hören.

Der Sonntag begann für mich mit dem Einpacken von allerlei Wechselklamotten. Wenn es wieder so regnet, will ich trockene Reithosen und Socken in Reserve haben.
Los ging es für Corinna und mich schon zur Jump & Run Prüfung um 11 Uhr. Ich liebe ja so Spaßprüfungen, auch wenn man dabei rennen muss was ich ja eigentlich nicht gern mache.
Da die Pferde 2x starten durften, war einmal Corinna und einmal ich als Reiter angemeldet. Und jeweils auch als Läufer versteht sich.
Schon auf dem Anhängerparkplatz 2 minuten nach Ankunft erspähte Corinna unsere Konkurrenz. Die Läufer. Stramme junge Männer mit langen Beinen und dicken Waden. Ach Du Schreck. Mit so professionellem Material haben wir nicht gerechnet.
Aber vielleicht haben die ja schlechte Reiter hofften wir. :-D

Der nächste Schreck kam bei Abgehen des Pacours. Ein Wassergraben mit Wasser bis zum Rand, gehörte zu dem Läufer-Parcour. Um die Stange nicht ab zu werfen musste man sich de Füße nass machen - besser noch sich bäuchlings hinein werfen.
Ich musste unweigerlich an meine Wechselklamotten denken und war guter Dinge :)

Durch den Doppelstart waren wir auch gleich als erste dran. zuerst war ich Reiter und Corinna läufer. Ich gab volles Risiko und wollte Sprung 1 gleich ganz schräg nehmen. Theoretisch klappte das auch sehr gut, praktisch hab ich dem Pferd nicht vertraut und bin zu sehr am innerern Zügel gewesen was gleich einen Abwurf und 5 Strafsekunden kostete. MIST! Egal - schnell weiter. Aurora machte ihren Job ganz prima und sprang groß und lief schnell. Abklatschen mit Corinna und anfeuern zum Slalom, zum Sprung und auch auf dem Weg zum Wasser. Corinna wählte den vorsichtigen Weg und nicht die Bauchlandung, ihre nassen Füße hätten dann beinahe noch vergessen wo die Ziellinie ist - aber tapfer im Ziel.

Ich glaub so um die 67 Sekunden.


wie im Fluge durch den Parcours





und die Fußstrecke Geschafft!

Dann kamen erst tatsächlich 2 Paare die nicht an diese zeit heran kamen, bevor uns aber Paar für Paar die ersten Ränge förmlich Niedergerannt wurden. Ich glaube die Bestzeit lag bei 55 Sekunden und das lag nicht am schnellen Reiter. Sogar Paare mit 2 Fehlern waren vor uns. Die Jungs wurden lauthals angekündigt "spielt in der Eintracht Jugend" "ist Handballer bei xy" usw.
Aber natürlich war es ein großer Spaß zu zu schauen und die Stimmung war wirklich bombig!
Dann durften wir nochmals ran. Auch Corinna hatte an Sprung 1 einen Fehler, schnurrte dann aber gut durch und ich eilte mich natürlich auch so gut ich konnte. Zuschauer und Moderator feuerten mich an und ich sprang mit Schwung und Bauch voran in den Wassergraben - richtig erfrischend :-)


Corinna on the Jump









Momo on the Run

Dieser Einsatz bescherte uns immerhin den 7. Platz, der erste Durchlauf war am Ende Platz 10. Sehr spaßig das ganze!

Der Turniertag war noch nicht rum, das eigentliche Highlight, die Mannschaftsprüfung stand noch aus. Um Aurora bei Laune zu halten gingen wir spazieren, hielten ihr zig mal den Wassereimer unter die nase und pflückten ihr Ästchen für Knabberspaß im Anhänger.

Die Mannschaftskollegen trudelten ein und wir begannen, uns zu streiten wer das Streichergebnis sein darf. Endor hatte ja am Vortag bewiesen das er auch mal alles umtritt, Aurora könnte wieder Matt sein, Nadja hatte ihre gute Runde vom Vortag ganz vergessen da ihr Pferd Heute bereits 1x ausgeschieden war wegen 3fachem Ungehorsam und Corinna die Boris reiten sollte, ist Boris ja schon seit Neuberg nicht mehr geritten. Und auch sonst nicht viel gesprungen.

Also eine Spitzenmannschaft!


Lucy sieht fast aus als würde sie sich für uns schämen? ;)

Es half alles nix - wir einigten uns das jeder sein bestes geben würde - streichergebnis vorher festlegen ist also nicht drin.

Beim abgehen des Parcours wurde es aber den Mädels schon ein bischen mulmig. Sprung 1 auf die Zuschauer zu war exakt der Sprung andem Nadja eben noch scheiterte. Sprung 2-3 und 4 waren in einer schnellen Abfolge auf gebogener Linie gebaut, 4 fand Corinna ganz schön breit und Nine war einfach nur in der Hoffnung das Endor nicht wieder nur Unsinn im Kopf hat.

Nach und nach krabbelten wir auf unsere Pferde und leider war auch das Streichergebnis bald gefunden. Nadja kam perfekt über Sprung 1 - im verlauf des guten Parcour gab es dann eine überraschende Bremsung seiten des Tieres - und der Reiter flog allein über den Sprung. Glücklicherweise ohne Verletzung!
Nächster Teamreiter war ich und - was soll ich sagen - Aurora war toll. Ich würde behaupten das war der beste und rittigste Parcour den wir bislang geritten haben. Sie war Aufmerksam und suchte die Sprünge, gleichzeitig jedoch so fein das sie auf die kleinste Zügel und Gewichtshilfe gut reagierte. Leider dosierte ich eben diese Hilfe in der Wendung auf die Kombination schlecht und kam mit etwas zu geringem Grundtempo hinein - die weite des Aussprung schafften wir dann nur mit einem Fehler. Aber für mich war das ein persönlicher Sieg, ganz egal wie es am Ende ausgeht. Ich hätte am liebsten gleich nochmal von vorn angefangen!
Durfte ich aber nicht, jetzt war Corinna dran.

Aurora macht richtig spaß!

Corinna, die mit dem braven Boris heute sehr zu kämpfen hatte. Er hatte sie auf dem Abreiteplatz fast abgebuckelt weil sie in eine andere Richtung wollte als er. Das sonst so harmonische Dreamteam war heute ganz durcheinander.
Und so gings auch im Parcour los. Zu wenig auf Zug krüppelten sie über 1, Bei 2 ein Abwurf, bei 3 etwas schnell und an 4 vorbei.
Ohje. Jetzt aber fing Corinna sich und packte Boris an, drückte die richtigen Knöpfe und der Rest vom Kurs verlief schnell und Fehlerfrei. Trotzdem, 9,25 Fehlerpunkte kamen auf meine 4 Fehler noch oben drauf.
Naja, nun konnte Nine wenigstens entspannt einreiten :)






Corinna & Boris beißen die Zähne zusammen :D

Aber - weit gefehlt - das war keine Entspannung, das war ja fast eine kriegserklärung! nine manövrierte Endor in einem wahnsinntempo klar und sicher durch den ganzen Kurs, das mir fast die Luft weg geblieben ist. Endor sprang 4 meter vorher ab, kam kaum auf und galoppierte schon weiter, die beiden flogen förmlich durch den kurs.
"Da haben die Kamikaze-Reiter ja jetzt auch eine Nullrunde" war der Kommentar aus dem Lautsprecher.

Wir freuten uns, schön das Endor Freundschaft mit dem Reitplatz geschlossen hat.

"Freundschaft" schließen wir auch mit dem Turnier, denn nicht nur das hier alle platziert wurden (und wir *juhu* nichtmal letzte waren) es gab auch für jeden noch eine Kleien Tüte mit Gummibärchen und Leckerchen fürs Pferd! Wenn man bedenkt das wir in Seligenstadt für den 2. Platz NICHTS! bekommen haben,ausser die Schleifen, zeugt das hier doch von hoher Gastfreundschaft.





Endor im vollen Tempo über A*

Generell war es ein schönes Turnier, mit gelassenen Menschen und schönen Prüfungen.

Corinna und ich haben noch eine leckere Käsewurst gegessen, weiter an dem super Einkaufsstand noch ein Schnäppchen gemacht und natürlich auf Nines Ritt im L mit Stechen hingefiebert.

Und Fiebern ist das richtige Wort, ich war ja so gespannt denn der Parcour war wirklich knackig für ein L. 2 Kombinationen und schwere gebogene Linien mit Endmaß-Oxern...
Nine meinte zuvor, der Parcourschef hatte wohl schon etwas zuviel Sekt oder schnaps intus, bei diesen Linien.
Nine fing bombastisch an, bremste dann aber einmal zu stark und Endor kam konsequent auch gleich an die Stange. Danach war es wie auf Autopilot umgestellt, Endor zog an, Nine setzte sich fast hinter die Sattelzwiesel, Die beiden kamen perfekt zu jedem Sprung und es sah einfach nur Spitzenmässig aus. Leider haben sie das nicht konsequent bis zum letzten fitzel durchgeritten denn am Kombiaussprung direkt vorm Ziel ist dann noch eine Stange gefallen. Einen Applaus bekamen die beiden natürlich trotzdem!








Endor über L**** :o)

Vielen Dank an Bernd Neff das wir die schönen Fotos verwenden dürfen! Eure Momo