19.05.2012 - Turnier Aschaffenburg eine Nullnummer?

Momo auf großer fahrt, oder allein in weiter Flur, oder... typisch Momo eben.

Ein A* Stilspringen war für diesen Samstag genannt. Zeiteinteilung wurde flüchtig studiert - mhm 2 Abteilungen, Teilung nach Nachname.. aha aha, von Rabenau ist dann 2. Abteilung, 14:00 Uhr, 30 Starter, ich bin im vorderen Drittel mhmm... okay also wenn ich um 12 los fahre sollte das alles kein Problem sein.

Es ist, glaube ich, das erste mal das ich ganz allein zu einem Turnier fahre. Also, hin gefahren und dort auch mit niemandem verabredet zu sein, keiner de hilft, anfeuert, Daumen drückt. Nicht da sich keinen gefunden hätte, in der Regel halte ich es für kein Problem zu einer Prüfung alleine zu fahren. Viele werden mir da recht geben. Es hat sich also einfach nicht ergeben das jemand mit wollte oder zum gucken zum Turnier kam... und so bin ich, ziemlich genau um Punkt 12 los gefahren. Aurora und Ria natürlich dabei.

Gut gelaunt fahre ich auf die A3 auf. In der Zeiteinteilung steht das wegen Baustellen eine andere Abfahrt genommen werden soll. Ich war total gut vorbereitet und hatte alles total im Griff. Auch der 3km Stau der mich sogleich auf der Autobahn empfang, konnte mich nicht beunruhigen. Prima in Time.
Nachdem ich durch ganz Aschaffenburg gefahren, und vor Abkunft noch um einige Ecken und über einige Hügel kurven musste - war ich nach 1 Stunde Fahrtzeit auf dem Gelände.

13 Uhr.

Ja ihr ahnt jetzt vielleicht schon - wenn die Momo so auf der Uhrzeit herum reitet stimmt was nicht? Hmmm?

Ja, das etwa sticht stimmt, ahnte ich, als ich mich fröhlich für die Prüfung abhaken liess. Der Mann an der Meldestelle schaute etwas irritiert, befolgte aber brav den normalen gang und schaute angestrengt in seinen Computer.

Ich beobachtete das Springen das ich zu einem kleinen Teil durch das Fenster der Meldestelle sehen konnte. Wird wohl die erste Abteilung sein.

Beinahe beiläufig fragte ich "geht doch um 14 Uhr los oder?" Nicht das es eine Verspätung gibt. Kommt ja immer mal vor.

Der Mann schaute mich etwas mitleidig an: Nein, 12:45 Uhr.

...

"Das kann doch überhaupt nicht sein. 14:00 Uhr stand auf der Zeiteinteilung. 12:45 muss die erste Abteilung sein!"

"Nein, 14 Uhr ist die Endzeit der Prüfung."

er hielt mir einen Ausdruck der Zeiteinteilung unter die Nase. Plötzlich war der Raum indem ich stand, viel, viel zu warm...

Start: 12:45 Ende 14:00 Uhr

Wir hatten kurz nach 13:00 Uhr.

"Also Sie haben Glück das wir etwas Verspätung haben. Die Prüfung hat noch nicht begonnen. Ich nehme Sie noch mit rein das wäre ja sonst wirklich ärgerlich...."
Ich fand diese Aussage leicht untertrieben. Okay. Konzentrier Dich, das muss jetzt irgendwie schnell gehen - "Wievielter Starter bin ich denn?"

Der Mann verschwand wieder in seinem Computerbildschirm und ich trat näher an das Fenster heran um den Parcours zu lernen.
Gerade als ich schaute begann die Siegerehrung der ersten Abteilung.

"6. Pferd" kam eine Information von hinter mir... ist ja klar. Ausgerechnet Heute, bei Startfolge "S" gibt es nicht fünfundneunzig Doppelstarter und viele Supermates, Tuttifruttis und Zacharias. Aurora ist 6. Pferd. Ich erfragte noch schnell meine Kopfnummer und hastete aus dem Raum. Während der Siegerehrung stolperte ich ein paar Schritte über den Springplatz, erkannte Start, Ziel und erfasste einige Hindernisse mit Nummern. Ich hatte vor diese später in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen.

Ich rannte zum Anhänger (ja ich rannte wirklich!) Hund an den Hänger gebunden, Jackett und Helm angezogen (am Haarnetz hängen geblieben und gefühlte 5 Minuten nur damit beschäftigt mich zu befreien), Schutzweste drüber, Wo sind meine Handschuhe, Okay, Trense - ah Mist die Kopfnummer - 32. Schnell aus den Neunen eine 32 gemacht und das gesattelte Pferd ausgeladen.

Suchend wandert mein Blick über den Anhängerparkplatz... ich suchte jemanden der danach aussah eben im Springen geritten zu sein und fand ein Pferd mit rotem Schleifchen. "HALLO HALLO" -fragende Blicke - während ich Aurora die Trense anzog, nachgurtete und aufs Pferd krabbelte lies sich mir den Parcours erklären.

"Ja äh also, also hinten da fängt es an - also an der langen Seite. Ja und dann vor den Richtern die 2 so in der Linkswendung..." "Wo sind die Richter noch gleich?" "ja also Links!" "Okay danke,und weiter?" "ja dann eine Wendung und die Distanz und dann Recht rum und zurück und die Kombination..." Die Kombination hatte ich gesehen - "nach der Kombi links oder rechts?" "äh rechts, nee links, links!" "Welche Farbe hat der nächste Sprung?"... auf diese Art gab sie sich wirklich ganz viel tolle nette Mühe und ich hatte einen ungefähren Plan vor Augen, bei dem mir nur 2-3 Sprünge etwas unklar waren.

Als ich in die Abreitehalle kam, war gerade der erste Reiter fertig.
Schritt musste ausfallen - ein bisschen Trab ein bisschen Galopp und 2 Sprünge. Dann bin ich schon raus, schnell der Nummer 2 hinterher denn sie war vor mir dran.

Auch wenn die Nummer 2 mir sehr symphatisch war, freute ich mich ein klitzekleines bisschen über ihre Verweigerungen - so hatte ich nochmal die Zeit mir den Parcours an zu sehen und einzuprägen.

Dann war ich dran - im Trab schaffte aussen herum, brav grüßen und Attacke :)

Dieses noch sehr unerfahrene Pferd, hat sich trotz kürzester Vorbereitungszeit von ihrer besten Seite gezeigt. Ich konnte sie dank der längeren Wege zwischen den Sprüngen auf jedes Hindernis neu vorbereiten und sie hat alle der 10 Sprünge ohne Abwurf überwunden, was für uns ein sehr schönes Ergebnis war.
Die Wertnote war eine 6,3 - und das ist auch gerechtfertigt für einen teilweise noch etwas unrunden und sehr "aktiven" Ritt :-)

Ich habe mich auf ihren Hals fallen lassen und sie geknuddelt und umarmt. All der Stress war vergessen, ich befreite Sie von Sattel und Zaum und spazierte mit ihr und Ria um das Turniergelände.

Ohne Begleitung auf ein Turnier zu fahren ist eigentlich kein Problem. Auch wenn die Situation sicherlich etwas entspannter gewesen wäre, hätte ich ein Helferlein dabei gehabt - so war das viel ärgerlichere, das ich meinen kleinen Erfolg mit keinem so recht teilen konnte.

Aber zum Glück gibt es ja Telefone, und so konnte ich dann meine aufregende Geschichte gleich Corinna berichten!

Und ein ebenso großes Glück - obwohl das Turnier keinen offiziellen Turnierfotografen engagiert hat, habe ich ein paar Bilder von meinem Ritt bekommen. Gemacht hat diese Fotos Rudolf Schuler, auf seiner facebookseite hat er weitere Fotos von dem Turnier online gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle, an Rudolf! :-)










Eure Momo