2011 - Sarah & Leni


Ein Jahr für die Basis!

Im September 2010 startete ich mit Leni bei meiner jetzigen Reitlehrerin Christina. Ein sicherer Stand im Bereich A war das Ziel. Nach ein paar Reitstunden war mir klar, allein für die Basis werden wir wohl mindestens ein Jahr brauchen.

Vorallem die Dressurausbildung stand für uns im Vordergrund. Einmal die komplette Ausbildungsskala durch und noch viel wichtiger, der korrekte Sitz des Reiters mit der korrekten Hilfengebung. So hieß es über Wochen und Monate……“äußere Schulter zurück, innere Schulter nach vorne, äußere Hüfte nach vorne, innere Hüfte tief, Schulter zurück und fallen lassen, Kopf gerade, bitte nicht ohne Spannung, aber natürlich nicht verkrampfen“……ahahah (dachte ich mir).

Es gab Reitstunden da wollte ich einfach nur aufgeben. An den Tagen danach tat mir einfach nur alles weh.Doch ich dachte, nicht aufgeben. Parallel kam die Springstunde dazu, die anfangs keineswegs wie eine Springstunde aussah. Ich mich schon gefreut….nein…das ganze „äußere Schulter hier und innere Hüfte da“ verfolgte uns wohl...und dazu kamen dann noch Stangen, Cavaletis, Wendungen, Biegungen, Stellungen. Doch wir kämpften uns durch den Winter und so entwickelten wir uns meist 3 Schritte vor und dann wieder 2 zurück.

Die ersten Turniere nahten und wir waren mit unseren Leistungen ganz zufrieden. Die ersten A-Dressuren endeten mit der Note 5,7. Hier wusste ich noch nicht, dass wir uns die Note wohl für die nächsten Monate reserviert hatten. Alles was im Protokoll stand war uns bekannt und verständlich. „Wir sind auf dem richtigen Weg“.

Im Juni machte Leni ihre erste Erfahrung, dass man in der Dressur ja ach mal jemanden vor sich haben könnte ….dies endete etwas chaotisch, wurde aber von mal zu mal dann besser. Im Frühjahr starteten wir ins Gelände und hatten im E-Gelände schnell keinerlei Probleme mehr. Unser erstes A-Gelände in Herchenrode endete sogar mit Platzierung. In Gravenbruch hatten wir einen Fehler, waren aber doch glücklich am Ziel. In Wiesbaden schafften wir es leider nicht ins Ziel und so hieß es...Gelände Training...

Auf dem Tempel und in Birstein wurde mit Christina trainiert. Auch hier kritisierte sie meinen Sitz scharf...mehr Schwung im Bein, Hintern hoch, Hände nach vorne, Grundtempo, keine rückwirkende Hand...usw. Auch hier ging es 3 Schritte vor und wieder 2 zurück...Geduld war das Zauberwort.

Im Springen entwickelte sich Leni prima...hier war ich wohl etwas hinterher. Leni raste nicht mehr zum Sprung, sondern wollte geritten werden, tat ich dies nicht, blieb sie stehen, schmieß ich die Hand weg, fiel sie in Sprung, hielt ich den äußeren Zügel fest, machte sie sich schief und machte Fehler...es gab ein paar Wochen, da wollte ich wirklich aufgeben...aber dann ging es wieder voran.

In Seligenstadt und in Pfungstadt konnte ich dann erste Früchte ernten und hatte fehlerfreie Runden und sogar einen 3. Platz. Eine Woche vor unserer Sommerpause startete ich in Babenhausen in eine weitere Dressur und knackte hier den 6er-Noten Bereich. Mit einer 6,0 kamen wir aus der Prüfung und machten riesen Freudensprünge. So kann man in die Pause gehen.

2½ Wochen war ich im Urlaub und hatte Leni im Beritt bei Christina. Diese Pause voneinander und dem ganzen Druck, den man sich selbst immer macht, tat uns sehr gut. Allerdings dachte ich in meiner ersten Dressurstunde nach meinem Urlaub: „Oh Gott, ich habe alles vergessen“. Doch nach ein paar mal reiten, waren wir wieder auf dem richtigen Weg.

Nun ging es in die zweiter Hälfte der Turniersaison. Wir starten in Laubach in einem A-Springen* und hatten eine fehlerefreie Runde. Lenchen war sehr übermütig. Doch das Training der letzten Monate machte sich bemerkbar. Sie blieb bei meinen Hilfen, ließ sich sicher durch den Parcour reiten und machte schöne Sprünge. Zwar waren wir nicht mehr platziert, aber sehr zufrieden über diesen fehlerfreien Ritt.
2 Tage später ging es nach Hünfeld. Als ich die Gelände-A Strecke ablief wurde mir ein bisschen schlecht. 20 Sprünge auf 1850m. Schmale Sprünge, Trapez, Ecke, Bank...alles dabei. Aber wir sollten nicht umsonst hier hoch gefahren sein. So starteten wir in unser 4. A-Gelände. Im letzten A-Gelände in Wiesbaden erreichten wir leider nicht das Ziel. So lastete ein kleiner Druck auf meinen Schultern. Sprung 17 war so erschreckend, dass ich mir dachte, wenn wir bis Sprung 16 kommen ist alles super. An Sprung 6 wurde Leni etwas ängstlich, ich ritt erneut an und ritt auch die folgenden Sprünge in einer absoluten Ruhe, ohne Druck, nur mit Stimme...und plötzlich wurde sie immer mutiger und sprang ab Sprung 9 von Sprung zu Sprung immer selbstbewusster. Nach Sprung 16 dachte ich dann nur, ohje...soweit wollte ich doch gar nicht kommen. Doch weiter gings und Klein-Leni war so mutig und übersprang die schweren letzten Sprünge, als hätte sie nie etwas anderes getan. Ich war sowas von glücklich. Dieser kleine Fehler an Sprung 6 war genau richtig, dadurch behielt ich die Ruhe mein Pferd sanft zu ermutigen und wurde mit viel Mut und einer 6,9 belohnt. Natürlich waren wir durch die Abzüge nicht mehr platziert. Aber auch heute war ich super happy.





Hünfeld Sprung Trapez und Sprung Ecke

Eine Woche später ging es dann nach Florstadt. Durch den starken Regen war ein Abreiten kaum möglich. Abspringen ging schon gar nicht. Ok…also gings ohne Abspringen in Parcour. Leni war super. Wieder eine fehlerfreie Runde. Am Ende waren wir mit 7,3 2.





Weiter ging es im Training. Nach einer nicht ganz so glücklichen Springstunde starteten wir in Grünberg. Lenchen war etwas verunsichert, trotzdem schafften wir in absoluter Ruhe und Rittigkeit wieder eine fehlerfreie Runde zu reiten und erhielten eine 6,7. Wir waren zwar nicht mehr platziert, aber sehr zufrieden. Auch wenn das Training mal nicht so gut lief, kommt man trotzdem in Ruhe ohne Fehler ans Ziel. Im nächsten Springen im 2 Phasen A fiel ebenfalls keine Stange. Somit waren wir tatsächlich auf dem richtigen Weg.







In Grünberg hieß es dann mal wieder „ab ins Viereck“. Der Druck, die letzte Note von 6,0 zu halten, war hoch. Doch Leni lief einfach super konzentriert und wir erhielten tatsächlich eine 6,0. Wow...Wahnsinn.

Im September werden wir dann unsere erste VA reiten. Die Erwartungen sind noch nicht allzu hoch. Erste Erfahrungen sammeln und heil nach Hause kommen =)

Eure Sarah