06.-08.07. – Turnier in Birstein

Vielseitigkeitsturnier

Birstein

Ein Soundtrack, ein Wasserloch und viele Schleifen trotz einiger Patzer

War das ein herrliches Wochenende in Birstein - aber ich beginne mal am Anfang des Kamikaze-Ausflugs. Freitag abend, Einzug der Gladiatoren (wie Martina es so schön Betitelt). Corinna und Nine haben nämlich ihre Pferde mitgebracht und ihnen am Freitag ihre Wochenendebehausung bei Iris gezeigt.




Einzug der Gladioatoren ...


... in die neue Wochenendresidenz! Iris danke nochmal.


Ich sag nur: Teba und der Wasserbottich.


Die neuen Boxennachbarn liebten sich sofort... naja, zugegeben, etwas einseitig... Teba hatte erst noch mit ihrem schrecklichem gruseligen ganz sicher todbringendem...Wasserbottich zu tun. Michael, Iris Mann nahm sich dieser Situation an und fütterte bestes Vogelsberger Wiesenheu aus der Hand. Gutes zureden und Wasserplätschern halfen das Tebchen sich dann doch wohl fühlte in ihrer Box. Die Zweibeinigen Gladiatoren stärkten sich mit vollen Tellern Spaghetti und Martina musste dann leider zurück fahren da sie am Samstag noch einen Termin im Rhein Main gebiet hatte. Bevor es für die Reiter in die Urlaubsbetten ging musste Teba noch eingeflochten werden. Nines eigenwillige Art Zöpfe zu flechten war die ideale Lösung für die lange Mähne der Stute und so konnten wir alle beruhigt einschlafen.

Nicht besonders lange, denn viel zu früh ging es am Samstag auch schon los, auf zum Turnierplatz im wenige Minuten entfernte Birstein. Eine wunderschöne gepflegte Anlage empfang uns freundlich und machte gleich Lust auf die kommenden Prüfungen. Ein schneller Kaffe bei Partymusik *Jungle-jack-Düdeldü, Jungle-Jack yeah yeah* - Dann aber schnell Reiter und Pferde fertig machen! Wie so oft ging es mit er Dressur los. Nine war mit Boris eine der ersten Starter und naja... im gewohnten Bilde verließ sie Die Halle. Ihre Grundnote 4,0 wurde leider noch geschmälert, da sie sich verritten hatte. Das veranlasste mich, mir die Aufgabe noch einmal genauestens an zu sehen und ich schaute den folgenden paaren zu während Corinna Teba auf dem Abreiteplatz warm ritt. nach vielen Paaren und einer Aufgabe die in Fleisch 6 blut übergegangen war mussten auch Teba und ich unser dressurliches Können unter Beweis stellen... naja... wir versuchten es. Diese Stute ist ganz cool und locker - bis es los geht. Bretthart wollte sie einfach nicht vorwärts gehen, ich hoppelte auf ihr herum wie ein Reitanfänger. "Lieber Gott, schenk mir 20 cm längere Beine damit ich zum treiben komme" - ich habe noch nie an Gott geglaubt. aber die Richter waren nett und honorierten den sauberen Galopp und meine große Mühe - eine 5,9 bekam das Paar... leider nicht ohne Abzug. jajajaja, wir haben uns verritten. *schäm*

Aber wir wären keine Kamikaze-Reiter wenn uns das nun mieslaunig machen würde, mit zwei so hervorragenden Noten kann man sich ja auf das kommende Springen freuen! Es war ein wenig Zeit, der Parcour wurde genauestens unter die Lupe genommen (verreiten wollten wir ja nicht zu unserem 2. Vornamen machen). Hier entlang, dort hinüber, zum Schluss der stolze Deutschland-Oxer, genaue Besprechung mit Corinna wo ich mit Teba besonders aufpassen muss und was sich ihr vor dem Start zeigen soll. Kein leichter Parcour. Der Ketchup-Song der party CD ließen meine Gedanken im flotten Takt über die Sprünge segeln. Teba war jetzt vor Boris am Start. Auf dem Abreiteplatz war alles wunderbar und ich lies Teba noch ein wenig am langen Zügel gehen, wollte sie nicht mit zu vielen Sprüngen ärgern. Zwischenzeitlich haben einige Pferde vor dem Kreuz verweigert und Helfer kamen und kippten Sand auf die Stelle denn der durch viel Regen aufgeweichte Boden konnte dem nicht mehr stand halten. Corinna sagte: "Los Momo, da gehst Du jetzt noch einmal drüber!" ich betrachtete mir den hellen Sand auf dunklem Grund..."nee Corinna, lieber nicht ich will mir die Stute nicht närrisch machen... - aber Widerworte gibt's bei Corinna nicht, also los Tebchen. Beherzt ritt ich seitlich an den Sand heran - aber wie erwartet blieb Teba stehen wie ne Giraffe beim Saufen und schnaubte den bööösen Boden an. Naja, da musste ich jetzt Durch. Neben dem nächsten lustigen Mallorca-Hit und dem Stangengeklapper vom Parcour war jetzt über den Abreiteplatz ein ständig andauerndes "Kreeeeeeeuuuzzzz Freeeeeeii" zu hören. Wieder und wieder ritt ich den Sandfleck an bis der kleine Vollblüter kapierte das auch dieser Untergrund sie nicht verschlingen würde wie ein Urzeitmonster. Was eine Aufregung... - aber Corinna hatte alles gut im Blick, gab mir die richtigen Tipps und es gelang noch eine Verschnaufpause vor dem Start ein zu legen.

Endlich durfte ich mit Teba in den Parcour und all der Stress viel von mir ab. - ja, bei normalen Reitern ist es anders herum, aber im Parcour muss ich nicht nach anderen Reitern gucken und kann mich entspannen und konzentrieren. Der Startschuss und ich begann meinen Parcours, wohlwissend das bislang nur wenige durchgekommen sind und es höchstens ein, zwei fehlerfreie Ritte gab, die Stangen in Birstein scheinen leichter zu fallen. Auch bei uns bollerte es 2x, womit wir noch im guten Feld lagen. Dank einer hohen Grundnote von 7,3 blieb eine zufrieden stellende 6,3. Da ich im Springen LK 5 habe war ich für diese Prüfung nicht platzierungsberechtigt.

Aber Nine, und die lies Boris in aller Ruhe grasen. Corinna bekam nach und nach einen irritierten Blick und auf die Frage ob Nine nicht ein bisschen abreiten und Springen will bekam sie kein Verständnis. "Der geht besser so, galoppiert bin ich schon" Nine behielt erstaunlicherweise recht, der Boris überwindete den Parcour vorzeigbar und auch Nine bekam eine hohe Note: 7,0. - Leider aber hat auch Boris das Poltervirus und so wurde einiges abgezogen da es 3 Fehler gab. Mit der verbliebenen Note von 5,0 wurde das Paar noch für den 4. Platz aufgerufen, was deutlich machen dürfte das es nicht leicht war durch dieses E-Springen zu kommen.

Die erste Schleife des Turniers, gut gelaunt ging es zurück in die Wochenendbehausung bei Iris. Diese konnte leider am Samstag nicht zugucken weil sie auf einem Seminar war, aber abends kam sie wieder und es lohnte sich auch! Ein mehr oder weniger spontanes Grillen mit improvisierten Salaten und süßem Wein machte den Samstag richtig rund. gemeinsam mit weiteren Gästen Familie Bock inkl. Hund, spekulierten wir über den Tag, berieten uns für den folgenden und lachten über stets lustige Dinge: Der sinkende Stuhl, die Kung-Fu-Ria, Bauchfleisch vom Grill und Bohnensalat a la Corinna! Der Workaholic Gizmo musste sich dann noch austoben gehen und nahm seine Gäste Ria und Max mit auf die Rennstrecke am Hügel gegenüber. Ria kapierte zwar nicht genau WARUM so gerannt wird, aber das weiß nur Gizmo :) ja und Max... der hatte andere Dinge im Sinn. Nachdem es draußen so dunkel wurde das man von Ria nur noch die weiße Pfote sehen konnte beschlossen wir ins Haus zu wandern. Ja und da sind wir etwas versackt. Ich weiß nicht mehr genau wann wir ins Bett sind, aber es lagen einige Flaschen Sekt, Wein und Bier dazwischen *g* - ich hab geschlafen wie ein Stein!


Gemütliches Beisammensitzen nach dem ersten Turniertag.


So werden im Vogelsberg die Hunde müde gemacht ;-)


Ein Tick schneller und Ria wäre abgehoben.


Hier herrscht reine Harmonie.


Giz hat alles genau im Blick, nicht um sonst ein Border-Mix.


Der Grillmeister.


Im Kreise der Kamikaze-Familie schmeckts doch noch am besten.



Aber der Sonntag war Gnadenlos, die erste Prüfung war unsere, zum Glück immerhin 30 min. später wegen geringer Teilnahme. Das war dann um acht? Ich weiß es nicht mehr genau (kommt davon wenn an sich mit dem Bericht so viel Zeit lässt!) - In jedem Fall war es so früh, das die Musik ironischer wirkte als am Vortag *Tanze Samba mit mir, tanze Samba die ganze Nacht* ... ja... ein andermal gerne ;) Wie am Vortag ritt Corinna Teba etwas warm bevor ich aufstieg, das scheint eine gute Mischung zu sein ich kann ihr nicht die Ruhe geben die sie braucht. Ca. 100 x bin ich die Geländestrecke gedanklich durch gegangen, meine allergrößte Sorge war kein Sprung, sondern nach Sprung 2 die Wegstrecke bergab durch ein Pflichttor. Teba wird schon durch das Tor gerast sein wenn ich noch über Sprung 2 nachdenke. Ich schnallte meine Bügel kurz wie ein Jockey, wohlwissend so von den Sprüngen weniger Druck machen zu können - aber nach den Sprüngen besser bremsen zu können.



Warmreiten fürs Gelände E.







Es ging los, vor mir bereits 4 von 6 Reitern am Wasser ausgeschieden - das war auch Corinnas größte Sorge bei Teba! Die wunderschöne Wasserstelle lag so unschuldig wie künstlich auf dem Rasen, das bewegungslose Wasser verschreckte viele Pferde. Aber ich hatte ja nur meine Bergab-Sorge. Wenn ich Beim Wasser ankomme und nicht geradeaus in irgendein Feld gerast bin dann geb ich mein bestes... aber erstmal dahin kommen. Dank ausführlichem Gedankentraining funktionierte die Bergabstrecke aber erstaunlich gut!



Los gehts für Momo und Teba.

Beschwingt durch das Eulenloch in einer angenehmen Tour Richtung Wasser. schon etliche Meter vor dem Hindernis setzte ich mich tief in den Sattel und nahm die Gerte zu Hilfe - es half nicht, ein Sliding-stop mit Steigansatz zum seitlichem umdrehen war das Ergebnis unseres ersten Versuch. MIST! Aber Teba wäre nicht die ehrgeizige Stute wenn man nicht hätte verhandeln können. Bestimmtes aber ruhiges anreiten, im richtigen Moment die Nase vor lassen und Schwupp noch einmal einen lauten Klaps mit der Gerte - das Wasser plätscherte, wie wunderbar es konnte weiter gehen :) Teba und ich brachten die Runde zu Ende - auch wenn ich beim Absprung vom Billard drauf saß wie ein alter Kriegsgeneral, eine 7,6 (abzgl. Wasser-Steher) sprach für sich.







Jetzt Daumen drücken für Nine! Alle fieberten mit als sie an den Start ging, es klappte alles wunderbar - bis zum Wasser! Das darf nicht wahr sein, Boris stellte auf Stur und war trotz Zuschauerhilfe nicht dazu zu bewegen einen Fuß ins Wasser zu setzten! Schade! Nine musste ausscheiden :( Für Teba und mich reichte der Ritt für einen 5. Platz im Gelände und einem 3. in der Gesamtwertung.



Auch Nine ging an den Start.





Platzierung..







noch eine schöne Schleife!



Doch Boris hatte noch eine Chance sich als Geländepony zu beweisen, Martina ging mit ihm im Kombinierten Wettbewerb an den Start. Vorbildlich regnete es Schleifen für das Paar. In der Dressur schafften sie eine unglaubliche 7,4 - ein 5. Platz. Der Geländeparcour war übersichtlich aber nicht einfach, Martina schaffte es mit Bravour und heimste sich eine weitere siebener Note ein! Auch hier wurde sie platziert! im Springen eine 7,3 und auch einen 5. Platz. Das Springen war für die Wettbewerbsreiter besonders spannend gestaltet, der Parcour hatte zwar nur 4 Hindernisse, aber die Prüfer wollten vorab noch ein bisschen das dressurliche Reiten sehen und beurteilten ausführlich das jeweilige Paar auch im Gesamtbild, bemängelten Ausrüstung oder lobten Durchlässigkeit. Diese drei Traumnoten bescherten den beiden den ersten Platz in der kombinierten Wertung.



Für Martina gehts gleich los.


Ab über die Welle!





Nochmal Schleifenpony Boris.


Ehrenrundeeee :-)


Hühner auf der Stange?!





Auch für den 10. Platz gabs ein Schleifchen.


Martina ist überwältigt.


Schick oder?!



Martina bekam eine wunderschöne USG Paradedecke und strahlte selbstverständlich übers ganze Gesicht!



Nochmal, nochmal. Super-Schleifenpony Boris am Birsteiner Wochenende.

Leider mussten wir und an diesem tag wieder au die heimreise machen, das war ein wunderschöner Kurzurlaub und Boris hat sich glaube ich ein bisschen verliebt... seit dem guckt er Teba zumindest immer ganz besonders verträumt an ;-)


Eure Momo