27.06.2010 - Reiterrallye Hasselroth


Die Gemüserallye

Nach dem Erfolg in Wolferborn haben wir es geschafft ein weiteres mal kurzfristig eine Rallye zu finden, und uns dort an zu melden.
Diesmal hatte ich 2 tapfere Begleiter - Corinna und Niels sattelten ihre Räder und Ab gings in Richtung Hasselroth zu den Gemüsereitern!

Ja. Hasselroth ist nicht ein Dorf mit einer Reithalle, sondern ein Gebiet mit mehreren Orten. Wir sind es gewohnt das ab der Autobahnausfahrt Schilder zum Turnierplatz oder zur Veranstaltung führen. Nicht jedoch hier.

Aus unerfindlichen Gründen konnte das Navi auch keine GPRS Verbindung herstellen. (typisch!)

Ich versuchte über das Handy, die Telefonnummer von der Homepage zu filtern - doch die Internetseite ist nicht gerade das was man "Modem-Freundlich" nennen würde. So kurvten wir mit Teba und den Drahteseln im Schlepptau hin und her. Keine Schilder weit und breit. Also mal in der Eisdiele nachgefragt. Sie schickten uns nach rechts. Dort fanden wir auch Schilder "Gemüserallye" - etwas klein, zugegeben, aber die Freude war groß und so bogen wir ein in Richtung des Pfeils.
Wir folgten weiteren Schildern - oder besser gesagt "Zetteln" und naja.. die Wege wurden immer ländlicher - ...ein Hängerparkplatz war weit und breit nicht zu sehen.... da muss etwas verkehrt sein. Wir drehten. Scheinbar haben wir die Reitweg-Markierung gefunden und waren dieser gefolgt. Na das ist ja großartig! .... Ein paar Fußgänger wurden sofort angehalten und ausgefragt. Gemüsereiter, das war ihnen ein Begriff. Sie schickten uns zurück und direkt neben der Eisdiele in die Straße, die zum Friedhof führte. Dahinter wäre der Reitverein.
Natürlich fluchten wir über die Eisdiele, sie wüsste nichtmal von dem Reitverein direkt neben der Eisdiele. Den Reitplatz haben wir dann gefunden. Dummerweise war hier auch kein Anhängerparkplatz oder geschweige denn ein Pferd zu sehen.
Also drehten wir wieder um und beschlossen an der Reitweg-Beschilderung zu warten bis ein Reiter kommt, um diesen zu befragen. Also wieder an der Eisdiele vorbei und zurück zu den kleinen Schildern...
Natürlich kam jetzt kein Reiter, ist ja klar. Also fragten wir in unserer Not (wir waren schon seit ca 45 minuten am suchen) eine ältere Passantin. Sie wirkte alkoholisiert, redete unnötig laut und fuchtelte und gestikulierte wild in irgendwelche Richtungen - das konnte nicht stimmen. Leider bekamen wir die hilfsbereite Dame auch nicht so einfach wieder los und sie wiederholte ihre Wegbeschreibung mehrfach und sehr laut. Als dann endlich 2 Reiterinnen am Weg auftauchten die wir fragen wollten, war sie zornig und meinte DIE WISSEN DOCH NIX! DIE WISSEN DOCH NIX! - Wir haben trotzdem die Rallye-Teilnehmerinnen gefragt, wo sie herkommen und wo wir hin müssen. Doch die Mädels wussten es leider auch nicht so genau wie wir nun zum Parklplatz kommen würden. Aber sie hatten auf ihrer Karte die Notfalltelefonnummern drauf, so dass wir endlich einen Anruf tätigen konnten, und dort auch jemand war der uns erklären konnte wo wir hin müssen. - Es war übrigens der gleiche Weg den uns die laute emotionalte Frau beschrieben hatte.

Also wieder zurück (An der Eisdiele vorbei) und endlich fanden wir einen Ort weiter den richtigen Treffpunkt. JUHU!

Es war ein heißer Tag, das Fußball-WM Spiel wurde in dem Vereinsheim übertragen und endlich waren wir angekommen. Gute Voraussetzungen :-)
Nachdem ich darauf hingewisen hatte, das eine Beschilderung irgendwie fair wäre - meinten die Veranstalter, das die Schilder letztes Jahr über Nacht abgehängt wurden und man deswegen lieber gleich darauf verzichtet hatte. Das eine Wegbeschreibung trotzdem irgendwie nett wäre, hat immerhin Zustimmung erhalten - denn wir waren nicht die einzigen die eine weile suchen mussten...
Ich fand ja, dass das finden des Starts schon die ersten 10 Punkte auf meinem Rallye-Kärtchen wert gewesen wären - aber ich musste auf diese Bonuspunkte verzichten.

Ich sattelte Teba und wir sprühten sie mit Anti-Fliegen-Mittel ein. Nein, einsprühen ist untertrieben. Wir übergossen sie, tränkten sie und haben eine penetrante Stinkwolke um sie herum erschaffen, die die dicken Pferdebremsen anhalten sollte das Tebchen zu stechen.
Die Biester kamen Reiter und Pferd auch nicht zu nahe, sondern begnügten sich mit den Radfahrern, so dass diese auch zum Spezial-Parfüm griffen um sich ihrerseits zu schützen.

Am Startpunkt und gleichzeitig der ersten Aufgabe des Tages, erwartete uns schon das erste große Hinderniss. Ein Podest. Hier sollen die Pferde ihre Vorderfüße drauf stellen und für ein Foto posieren. - Gelingt das Bild, gibt es volle Punktzahl.
Kaum war ich also aufgesessen, krabbelte ich schon wieder runter. Ein Podest zum drauf steigen ist für Teba ja schon schwer genug. Damit wir gleich wissen was hier für ein Anti-Scheutraining aufgebaut wurde, haben die Parcoursbauer über den Holzpodest noch einen Gummitmattenteppich gelegt.
Teba war elektrisiert. Sie betrachtete das "Ding" und mich abwechselt. Ich übergab die Zügel an Corinna und verzichtete auf jeden Punkt - freundlicherweise durfte Corinna versuchen Teba an den Podest heran zu führen. Ich hatte nämlich die berechtigte Sorge, Teba könnte statt das Podest mich besteigen.

Relativ schnell gelang es Corinna, das Teba auf die matte tritt - und dann elegant über das Podest sprang. Nun, wir waren sehr stolz auf Teba. Sie konnte ja nicht wissen das sie auf das Ding drauf krabbeln soll - sonst geht es ja auch immer darum über Kisten zu springen. Also lobten wir sie überschwenglich und ritten fröhlich davon. Die Fotografin war etwas irritiert über die Aktion und hat ganz vergessen ein Bild zu machen - drüber gesprungen sei noch keiner murmelte sie kopfschüttelnd...

In der Absicht das Teilnehmer-Feld nun von hinten auf zu rollen trabten wir des Weges, begleitet von einer Armee Bremsen die nur darauf warteten das das Fliegenmittel nachlassen würde. Die Wege waren nicht so schön her gerichtet wie in Wolferborn, mit den Mountainbikes gab es so einige Stellen die viel Kampfgeist und Trittkraft verlangten, aber die Stationen sorgten immer wieder für Pausen und machten Spaß. (Es wusste ja auch niemand, dass da 2 verrückte mit Fahrrad mitmachen möchten) Aber auch zum Reiten war es nicht so perfekt, denn hier und dort versteckten sich Löcher im Boden, die unter dem langen Gras nicht gleich zu sehen waren.

Nachdem unser Vielseitigkeitspferdchen also über die Kiste gesprungen war traten wir mit geschwollener Brust an de nächste Aufgabe heran - und entschieden uns schnell, die Brust gegen den Hintern ein zu tauschen. Zwischen zwei Pfosten war Klopapier gespannt. Aufgabe war es, irgendwie das Pferd dazu zu bringen durch den Klopapierstreifen hindurch zu treten, so dass dieser kaputt geht und man durch die Pfosten reiten kann.
Wir beobachteten die Pferde vor uns und - diese hatten enorme Schwierigkeiten. Es erinnert die Tiere vielleicht zu sehr an einen Elektrozaun und sie verbogen sich förmlich bei dem Versuch dem Reiter zu gehorchen OHNE das böse Band zu berühren.
Also ritten wir - Popo voran - rückwärts durch. Tebchen merkte das Klopapier garnicht, scheute dann leicht vor dem am Boden liegendem Papier aber hüpfte durch die Pfosten. Volle Punktzahl! Corinna und ihr "Schimmel" radelten ohne zu scheuen auch hindurch. Die Stimmung war gut und die Radfahrer vom Anstieg erholt, ging es nun ein kleines Stück im schattigen Wald bergab.

Bei der nächsten Station wurde von uns erwartet das wir Tabu spielen. Corinna beschrieb mir allerlei Worte - ohne bestimmte Worte zu benutzen - und ich erriet den Begriff. Teba tanzte dazu Bremsen-Samba und nach abenteuerlichen Ideen schafften wir eine ganz gute Punktzahl.
Weiter (mal wieder Bergauf) ging es dann zur nächsten Station, ich trabte vorraus - und der Pfad führte durch Brenesselpflanzen die so hoch gewachsen waren das ich sofort Angst um meine Radfahrer hatte. Die Ärmsten hatten kurze Hosen an :-O

Doch die beiden mutigen Krieger überlebten auch diese Erfahrung und waren unermüdlich am strampeln :-)

Ausruhen konnten sie sich, als es darum ging das ich an der folgenden Station Slalom reiten soll, und dann anhalten. Ist ja ganz einfach - allerdings hat die Sache einen Haken: ohne zügel!

eeehm okay. Das würde theoretisch funktionieren, ohne Zügel eine Kurve zu reiten oder zu halten. Allerdings waren die Pylonen so nah beieinander das ich scheiterte und immer wieder kurz in den Zügel greifen musste. Nur das anhalten klappte. Na immerhin :-)

Da es nun Bergab ging ritt ich schonmal los während Corinna und Niels noch den Sprudelwasservorrat der Slalom-Station leerten. Hier wurde übrigens auch den Pferden Wasser angeboten, fand ich total nett!

Begleitet von den Bremsen schlenderte ich durch den kühlen Wald, Corinna und Niels sausten irgendwann an mir vorbei und Ria hinter her - die Kleine hat echt immer noch irgendwo Energiereserven und auch bei 40° großen Spaß an Wettrennen aller Art.

Die Nächste Station begann mit der Frage: Hast Du einen Hufauskratzer dabei? - Nein. Ein Halfter und Strick zum Anbinden? Nein. Ein Handy? - JA!
Sowas lieb ich. Bisher hab ich jeden Stein ohne Hufauskratzer aus dem Pferdefuß fischen können (mit einem stock oder einem anderen Stein, oder einfach mit dem Finger) und es ist ja auch nicht so dass ich bei jedem ausritt 4x steine entfernen muss. Total albern. Halfter macht vielleicht schon mehr Sinn, sehe ich ein. Aber da man Teba eh nicht einfach irgendwo anbinden kann ist das für mich also auch sinnlos. Aber Helm, Schutzweste und sonstige Ausrüstung wurde hier nicht kontrolliert. Wenn schon denn schon. Aber egal. Der Fragebogen den ich nun Ausfüllen musste war interessant und vieles konnte ich beantworten. Natürlich durften meine "Mitreiter" mir helfen. Und bei der letzten kniffligen Frage bekam ich einen guten Tipp vom Stationshelfer. Am Ende hatte ich für den Fragebogen die maximale Punktzahl erreicht!

Zurück auf dem Reitplatz ging es nun in die Arena.
Hier gab es noch verschiedene Aufgaben: durchreiten eines Flattervorhangs - dieser war so dicht dass sogar ich es ein bischen gruselig fand, hat aber geklappt. Wir durften zu Übungszwecken mehrfach durch reiten.
Dann Slalom mit einem Fußgänger - Klopapier als Verbindungsstück, welches natürlich nicht reißen darf. Niels joggte nebenher und wir schafften es in voller Punktzahl. Einreiten in eine Sackgasse, an einer Glocke klingeln und rückwärts raus - klappte wunderbar. Eine kleine Brücke auf dem Reitplatz aus Holz musste nun noch überritten werden. Teba scheute, aber als Corinna vorneweg trabte und von der anderen Seite mut machte fasste sich die Stute ein Herz und trabte hinterher. Auch hier durften wir ein paar mal zum üben hin und her reiten. Toll machte die Teba das :-) Dann war nochmal ein bischen Action angesagt. Von einem Tisch musste ich mir Plastikgemüse nehmen, ein paar Meter zu einem Tannenbaum reiten und diesen wie den weihnachtsbaum schmücken. Man durfte immer nur ein Gemüse mitnehmen und in den Baum hängen, alles was nach Ablauf der Zeit hängt gibt Punkte.
Ui es ging Vollblutmässig hin und her und Teba hatte schnell das Prinzip kapiert: rennen, halten, drehen, rennen, halten, drehen - am Ende hat sie den Tisch umgeworfen - aber nichtmal gescheut so konzentriert war sie :-D das war echt cool!

Eine Aufgabe liessen wir von unserem Zettel streichen. Das durchreiten einer Art Mülldeponie ... aus Stangen war eine Fläche gelegt, in welcher sich Plastikfolien, Tüten, PET Flaschen und Tetrapacks befanden. Für Teba die reinste Plastiksachen-Hölle. Ich gab Teba wieder Corinna in die Hand weil sie für solche Sachen einfach den besseren Draht zum Pferd hat. Ich legte eine kleine Gasse und wir versuchten sie durch den Plastik-Kram zu lotzen. Irgendwann fasste sie sich ein Herz. nach und nach legten wir wieder Sachen dazu bis sie zum Schluss (nahezu lässig) durch den ganzen Krempel stapfte. Das war ein sehr großer Erfolg und genau der richtige Zeitpunkt sie zur Belohnung in den schattigen Anhänger zu stellen. Ich bin ganz stolz auf die Teba, das war wirklich schwer für Sie! Niels war schon zum Vereinshaus gelaufen während Corinna und ich noch das Pferd versorgten. Gleich spielt Deutschland gegen England. Zwar an der Fußball-WM interessiert, jedoch nicht völlig fanatisch bestellte ich mir erst noch einen Cheeseburger - da gröhlte in der 2. Minute schon das Haus, ein Tor für Deutschland! Ich hastete hinein und in den folgenden 90 minuten wackelte die Bude. Sensationelles Spiel - und ich glaube die beste Fußballguckgesellschaft der ganzen WM! Was ne super Stimmung!

Doch kurz vorm Ende wurde ich unterbrochen - Platzierung auf dem Reitplatz. Konnte nicht bis nach dem Spiel warten, macht aber nix denn unser Spielstand war schwer auf zu holen.
Bei der Siegerehrung ging es ähnlich zu wie wir es auf der anderen Rallye kennen gelernt hatten. Um hier die Spannung auf den Sieger zu erhöhen wurden verschiedene Tische bereit gestellt mit den Preisen. So konnte man bei den hinteren Plätzen anfangen ,ohne dass die schönsten Preise zuerst genommen werden.

Ich hatte das Pech, dass ich unter den besten 20 recht weit hinten war. Platz 17. Somit eine der letzten die sich einen Preis aussuchen durfte. Ein Salzleckstein ist es geworden, dabei hätte ich so gern eine Putzkiste in leuchtender Farbe genommen, die durften sich aber schon die Reiter die nach mir platziert waren nehmen - das war also auch nicht so ganz ausgereift. Aber ganz toll fand ich dass hier wirklich jeder Teilnehmer etwas bekommen hat. Und 17. bei über 40. Teilnehmern - da kann ich mich doch sehen lassen. Und totaaaal nett - jeder hat eine Urkunde mit Foto bekommen. (Vermutlich alle ausser mir auf dem Podest ;))
Und dann zum Ende der Platzierung noch ein Aufruf, an 2 ganz besondere Teilnehmer! Niels und Corinna wurden für ihre Leistung gewürdigt, bekamen Sekt, Gummibärchen und kleine Pokale fürs Rad Fahren. Das war nun wirklich nett und entschädigte auf einen Schlag für alles was vielleicht nicht so optimal gelaufen ist.

Die Gemüsereiter, das ist schon ne klasse Truppe! :)

Fröhlich im Autocorso hupend fuhren wir heim.
Ich hoffe wir schaffen es dieses Jahr nochmal auf eine Rallye!






Eure Momo