03.06.2010 - Wie Sekunden das Leben verändern

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag. Hatte mich auf den Feiertag gefreut, da ich endlich wieder zu Fritz fahren konnte. Sandra wollte auch vorbei schauen.

Es war schönes Wetter an diesem Tag, aber wir entschlossen uns doch in die Halle zu gehen. Fritz war ganz normal beim Putzen. Meine Bereiterin sagte mir jedoch, dass Fritz die Woche sehr agil sei...machte mir aber keine Gedanken darüber.

Im Schritt merkte ich, dass er etwas aufgeregt war, er ließ sich aber gut regulieren. Als ich antrabte fing Fritz sofort an mit dem Kopf zu schlagen und wollte angaloppieren. Ich wollte aber traben, setzte mich tief in den Sattel und machte die Beine zu...so nicht mein Freundchen...danach ging alles ganz schnell. Fritz bockte los was das Zeug hielt. Ich verusuchte ihn noch auf den Zirkel abzuwenden, um ihn wieder durchzuparieren, aber da verlor ich schon das Gleichgewicht.

Der Aufprall auf meinen Rücken war ziemlich heftig...nun lag ich da. Ich bekam kaum Luft und traute mich nicht zu bewegen. Ich merkte aber, das irgendetwas an meinem Rücken nicht stimmte. Sandra und ein Ehepaar kümmerten sich um mich. Der Gestütsleiter rief dann den Notarzt an.

Gefühlte Stunden später kam dann der Rettungshubschrauber. Da dieser allerdings nicht auf der Koppel landen konnte (Pferde spielten verrückt), kam zusätzlich noch ein Krankenwagen. Der Notarzt spritze mir erstmal Schmerzmittel, was mich ziemlich umhaute...viel weiß ich nicht mehr. Am schlimmsten war das Umdrehen auf die ziemlich harte Liege...solche Schmerzen hatte ich noch nie :(

Als ich auf der Liege verpackt war, wurde ich mit dem Krankenwagen zum Rettungshubschrauber gebracht. Meckerte erst einmal, weil ich Flugangst habe ;-) Aber der Flug war ziemlich cool. Innerhalb von 8 Minuten waren wir im BGU Frankfurt. An die tolle Skyline von dem Hubschrauberlandeplatz kann ich mich noch erinnern.

In der Notfallannahme wurde ich dann ertsmal nackig gemacht, mein T-Shirt zerschnitten und komplett durchgecheckt. Der Arzt kam zu mir und sagte :"..tja Fr. Beringer...der 2te Lendenwirbel ist hinüber...evtl. werden sie noch heute operiert...". Das traf mich dann erstmal wie ein Hammer...so ein Mist :(

Nach einem CT war es jedoch dann klar...es waren ein Glück keine Nervenstränge verletzt...was ein Glück. Ein MRT am nächsten Tag würde dann entscheiden, ob eine OP nötig sei oder ob ein Korsett ausreichen würde. Dann gings ab in ein Bett und ab auf die Intensivstation. Dort lag ich allerdings nicht lange und wurde dann aus Platzgründen als Zusatzbett in ein Vierbettzimmer geschoben.

Nach dem MRT am nächsten Tag war es dann klar...ein Korsett ist für mich ausreichend. Danke Gott für diese tolle Nachricht ;-) Dies bekam ich dann auch gleich angepasst und konnte nun endlich alleine auf die Toilette. Gibt nichts schlimmeres als eine Bettpfanne *g*

Jedoch hatte die ganze Sache einen bitteren Beigeschmack. Aufgrund diesen schlimmen Sturzes, muss ich nun mein Hobby an den Nagel hängen :( Die Gefahr einer Querschnittslähmung bei einem erneuten Sturz ist einfach viel zu hoch. Durch meine Behinderung ist mein Rücken ebenfalls schon angeschlagen. Das Reiten bzw. die Erschütterung im Sattel wäre hier ebenfalls ungünstig.

Diese Entscheidung habe ich mir wirklich nicht leicht gemacht. Versuche nun für Fritz ein neues, schönes Zuhause zu finden. Ich muss einfach so vernünftig sein und auf meine Gesundheit achten.



Eure Ilka