08.06.2010 - Casi´s Krankengeschichte 2010


Casi´s Krankengeschichte 2010
So, mein erster Bericht wird leider einer über Casi´s Krankengeschichte. Ich hoffe ich kann alles verständlich erklären ;)

Also, letztes Jahr Ende November/Anfang Dezember bemerkte ich bei Casi ab und an mal, dass sein Bein hinten links geschwollen ist. Es war aber nur einen Tag lang und meist an den Tagen an denen er nicht auf der Koppel war, ich dachte mir nur, das sei nicht so schlimm, denn lahm ging er nicht.

Im Dezember trat es dann öfter auf, auch an Tagen an denen er viel draußen war. Am 24.12.2009 fand ich Casi ging total komisch, aber man sah einfach nichts, aber es fühlte sich komisch an.
Ich lies noch ein paar Stallkollegen nach ihm schauen, aber niemand sah eine Lahmheit oder ähnliches. Ich stellte ihn zurück auf die Koppel und lies ihm einfach einen Tag frei. Abends meinte der Stallbesitzer noch zu mir, ob bei Casi´s Blutuntersuchung im Herbst alles ok gewesen wäre, denn er wäre abends so schlapp gewesen und man musste ihn richtig von der Koppel ziehen und er lief so langsam.

Am 25.12.2009, pünktlich zum Feiertag kam ich in den Stall und das Bein hinten links war knalle dick geschwollen und er ging so als würde ihm alles weh tun. Er lahmte nicht auf einem bestimmten Bein, aber eben total steif...
Ich wollte nun aber über die Feiertage keinen Tierarzt holen, nur weil Casi ein dickes Bein hatte.
Wir schmierten ihn mit Flogestan ein und er bekam Boxenruhe.

Am 28.12.2009 kam dann der Tierarzt, es war zwar besser geworden vom Laufen her, aber das Bein war immer noch geschwollen. Der Tierarzt kam also und meinte er würde auf einen leichten Einschuss tippen, da auch ein kleiner Kratzer zu sehen war.
Wir machten also einen Rivanolverband, er bekam eine Spritze und er blieb erstmal in der Box. Wir nahmen noch Blut ab und auf Borreliose zu testen und die Muskel- und Nierenwerte mal abzuchecken. Als der Verband abkam sah das Bein auch gut aus. Doch leider noch nicht mal einen Tag lang, dann kam die Schwellung wieder.
Also, wieder Tierarzt geholt, der meinte immer noch Einschuss, bzw. eben Wassereinlagerung, da er nicht lahm ging meinte er ich solle ihn mal reiten und er solle auch raus.
Also, machten wir das. Er lahmte nicht aber ging einfach auch nicht ganz normal. Gerade im Rechtsgalopp sprang er auch nicht durch und da hat er ja für eine Sekunde sein komplettes Gewicht auf dem linken Hinterbein...
Naja, der TA ließ mir dann mal Traumeel-Gel da und meinte ich sollte ihn bei Bedarf damit einschmieren. Da er ja keine offensichtliche Schmerzen hatte nahm ich diese Diagnose mal so hin. Der Borreliosetest war „Gott sei Dank“ negativ und er hatte also keine Berreliose. Die Muskel- und Nierenwerte waren auch in Ordnung.

Dann Mitte Januar hatte ich wieder den Schmied da und der entdeckte eine starkes Hufgeschwür hinten links in der Zehe. Wir waren ganz erleichtert, weil wir dachten, wir hätten endlich den Bösewicht gefunden. Niemand konnte sich erklären wieso er nicht lahm ging, aber sowas ähnliches hatte er schon mal. Das Hufgeschwür war aber auch schon ausgereift/ausgeheilt und man musste nichts weiter tun.
Ich war schon happy und dachte, diese Geschichte ist abgehakt, doch NEIN, eben nicht.
Es dauerte keine 3 Tage da war die Schwellung wieder da und ich bemerkte „Kratzer“ an Casi´s linken Hinterhuf. Hufschmied nochmal angerufen ob er das war und mir ist es nur nicht aufgefallen, doch der sagte er wars nicht. Kam dann aber vorbei uns schaute es sich an...schaute sich auch an wie Casi lief, alles war in Ordnung. Wir tippten darauf, dass er vielleicht beim wälzen mit dem Huf an die Wand kam und so die Kratzer zustande kamen.
Doch ein paar Tage später waren immer mehr Kratzer zu sehen.
Mir lies das ganze keine Ruhe und Anfang Februar machte ich einen Termin in der Tierklinik Ludwigshafen aus, wir machten aus, dass ich am 12.2.2010 vorbeikommen und Casi´s Bein abchecken. So lange sollte ich ihn bewegen, aber nicht stark belasten.
Leider war am 12.2.2010 ein absolutes SCHNEECHAOS in Deutschland und wir trauten uns nicht mit dem Hänger auf die Straße. Also wurde der Termin auf den 19.2.2010 verschoben.
Wir fuhren also hin und Dr. Horstmann aus der Klinik sah sich erstmal an wie sich Casi bewegt und wir machten eine Beugeprobe und ich longierte ihn auf dem klinikeigenen kleinen Reitplatz.
Danach untersuchte er erstmal ausgiebig das Bein. An dem Tag war es noch nicht mal soooo geschwollen.
Dr. Horstmann bemerkte ein Überbein am Griffelbein und drückte darauf rum und Casi reagierte SEHR stark auf den Druck und stand da wie in Hund beim Pinkeln, da meinte er er würde der das Bein erstmal röntgen, da er auf den Druck so stark reagiert hatte, wobei er nicht denkt, dass die Schwellung am Fesselgelenk direkt damit zusammen hing. Er meinte das Überbein säße genau auf dem Griffelbein und er kann sich vorstellen, dass das Griffelbein mindestens einen Haarriss aufweist.
Glücklicherweise war dies nicht der Fall, aber man sah, dass die Knochenhaut des Griffelfbeins stark gereizt ist und dass es eigentlich zwei Überbeine sind.
Um der Schwellung auf den Grund zu gehen machten wir einen Ultraschall und da sah Dr. Horstmann schon den Grund des Übels, Casi´s Unterstützungsband war angerissen und stark überdehnt. Die tiefe Beugesehne war zum Glück komplett in Ordnung.
Er meinte auch er habe es schon öfter gesehen, dass Pferde nicht lahmten, wenn das Unterstützungsband angeknackst war. Immerhin hatten wir den Grund des Übels nun ENDLICH gefunden.
Casi bekam dann erstmal 2 „Müller-Wohlfahrts--Spritzen“, eine ans Griffelbein an die Knochenhautreizung und eine ans Unterstützungsband. Wegen der Kratzer konnte Dr. Horstmann nur auf „Festlegen“ in der Box tippen. Wir sollten dich mal die Box genau unter die Lupe nehmen. Casi bekam noch einen Verband, da Dr. Horstmann auch dachte, dass sein Lymphsystem mittlerweile nicht mehr soooo gut funktioniert und der Verband erstens die Einstichstellen sauber halten sollte und das Bein ein wenig massieren sollte. Nach 2 Tagen sollte der Verband ab und ich sollte ihn normal bandagieren. Ich las im Internet von den Back on Track Stallgamaschen und da meinten sie die seien noch besser, dann hab ich mir die besorgt.
Casi bekam nun absolutes Koppel- und Reitverbot und durfte nur 10 Min. am Tag auf hartem Boden Schritt gehen. ;(
12 Tage später kam Dr. Horstmann zu uns auf den Hof und lies sich Casi nochmals vortraben, der war schon gut knackig drauf ;) Aber es gefiel dem Dr. wie er lief. Er bekam nochmal 2 Spritzen und ich durfte ihn immerhin schon mal nach den 10 Min. Schritt auf hartem Boden 5 Min. in der Halle traben und jeden Tag ein Minute länger traben. Aber Koppel war immer noch nicht drin. Casi entwickelte sich immer mehr zum Pulverfass.
Wieder 12 Tage später fuhren wir nochmal hoch in die Klinik zur Abschlussuntersuchung, das Bein sah super gut aus. Total gut ab geschwollen, auch die Überbeine am Griffelbein waren nur noch gaaaaaaanz klein und man sah jetzt auch, dass es sich um zwei Überbeine handelte.
Er bekam nochmal Spritzen und ich sollte ihn nun so langsam wieder normal reiten. Also, länger Traben und dann nach 14 Tagen auch wieder galoppieren.
Die Odyssee hatte ein Ende!!! Nach nochmals 8 Tagen durfte er das erste mal wieder auf die Koppel und es lief alles glatt, er hat zwar gebuckelt, aber das Bein war nach wie vor dünn und die Schwellung kam nicht wieder.
Mittlerweile reite ich ihn ganz normal und er springt auch wieder und geht ins Gelände etc. und das Bein hält. Was genau der Grund für die Kratzer am Hinterhuf war wissen wir immer noch nicht. Wir vermuten, dass er beim Aufstehen in seiner Box mit dem Huf über den Betonboden schrammt, da er jetzt auf Hobelspänen steht. Er hat von meinem Hufschmied erstmal ein Eisen mit Stahlkappe bekommen und jetzt sollen noch Gummimatten in die Box, damit die Stahlkappe hoffentlich bald wieder weg kann.
Ich hoffe damit hat diese Krankengeschichte endlich ein gutes Ende!
Unten seht ihr die Bilder, das erste zeigt Casi´s Bein vor der Behandlung, dann kommt eins vom verschrammten Huf, der Verband und zwei Bilder als der Verband abkam, sieht gut aus, oder? ;)
Eure Andrea