18.04.2010 - Turnier in Gravenbruch

Gravenbruch war das erste Turnier für dieses Jahr und meine Vorfreude hielt sich anfangs eher noch in Grenzen, da ich den Winter über ein verletztes Pferd hatte, danach erst Mal mit ihr einige Schwierigkeiten beim Aufbau im Frühjahr hatte, um sie wieder so hinzubekommen, wie wir letztes Jahr im November aufgehört hatten.

Es war also der 1.Test, um mal zu schauen, wo wir beide mittlerweile wieder standen. Also saß ich schön früh um halb acht aufm Pferd und ritt brav ab, bis wir im Geländereiter Wettbewerb dran kamen. Die Prüfung an sich klappte für mich und meine Verhältnisse viel zu gut. Ich hatte vorher noch aufm Abreitplatz mitbekommen, wie einige verzweifelt den leichten Sitz geübt hatten, weil die Richter den bei einigen Reitern gerne mal in die Mangel genommen haben und bemühte mich in der Prüfung umso mehr, dass was ich wieder wochenlang nach der Winterpause geübt hatte, schön zu zeigen und nicht in mein altes Muster zurückzufallen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr hab ich mich sogar getraut den Hügel herunter zu galoppieren und nicht mehr herunter zu traben :-). Die Balance war einfach besser als noch letzten Frühjahr. Die Richter lobten mich sogar für meinen guten, ausbalancierten leichten Sitz und das Tempo, welches ich wohl ganz gut im Rhythmus und Schnelligkeit getroffen hatte :-). In der Regel habe ich nämlich eher das Problem die Bremse bei meinem Pferd zu finden und im Stil klappte es bislang mit den besseren Wertnoten eher weniger für mich. Umso mehr hab ich mich natürlich über meinen dritten Platz mit 8,1 gefreut, denn das hatte mir doch gezeigt, dass der Aufbau von meinem Pferd nach dem langen, kranken Winter umso besser geklappt hatte und das Training sich doch mal auszahlte für mich ;-).

Das E-Gelände war das Erste überhaupt für mich und mein Pferd, aber da wir zwei eigentlich gerne mutig sind, probierten wir es aus und es fing eigentlich auch ganz gut an bis zum vierten Sprung, vor dem ein paar Leute herumstanden und anscheinend den Parcours abgehen wollten. Ich hatte die nicht gesehen, weil ich irgendwo aus dem Wald herauskam und bekam noch die Kurve für den Sprung und den fünften danach. Allerdings war ich dann total raus, weil ich von den Leuten irgendwie total abgelenkt worden wurde, so dass ich den Weg zum nächsten Sprung vergessen hab und etwas kringelmäßiges zusammenritt, um wieder auf Kurs zu kommen. Das klappte dann auch und ich konnte weiter reiten.

Beim Wasseraussprung hab ich ein bisschen das Tempo verschlafen. Mein Pferd wurde durchs Wasser total langsam und sprang so unerwartet für mich ab, dass sie mich schön aus dem Sattel katapultierte. Na ja, alles schnell wieder grade gerückt, was an Helm in die Augen gerutscht war, einmal nett gegrinst und weitergeritten. Die letzte große Tücke war eigentlich nur noch der Graben (Trakehnergraben?) am Schluss. Bei dem hatten schon so viele an dem Tag verweigert, dass ich meine lieber doch auch ein bißchen aufgenommen hatte und zugeritten bin, bevor sie da auch stehen blieb. Sie hatte es eigentlich nicht vorgehabt und zog wie immer an. So gingen wir also durchs Ziel.

Es war das erste Mal, soweit ich mich erinnern kann, dass ich nen Parcours beinahe vergessen hab, aber mir wurde für den Kringel wohl nichts abgezogen. Ich vermute mal wegen den Leuten im Parcours, wo auch immer die so plötzlich hergekommen waren :D Mit meiner 6,3 war ich fürs erste E total glücklich und da ich von vornherein eh nie hohe Erwartungen hatte, denn es kann immer schlechte und gute Tage geben, konnte ich doch zufrieden sein. Das Wichtigste war mir eigentlich heil ohne Fehler durchzukommen und das hatte ja geklappt . Bei den vielen niedrigen Wertnoten wegen Verweigerungen am besagten Graben war ich sogar noch auf Platz zehn oder so. Genau nachgezählt hab ich es nicht mehr. Also war das Wochenende alles in allem ein cooles Erlebnis, welches spaßig war und eine tolle Erfahrung für mich und mein Pferd ;)


Und noch eine Ehrenrunde ;-)



Eure Simone