28.07.2009 - Kücken und ihre Spanier


Kücken und ihre Spanier

Pat & Patterchon, Pikeldi und Frederik, Crash und Eddy, Dick & Doof.... Echte Freundschaft gibt es eben nur unter Männern ;o)

So war es auch bei diesen Jungs aus Spanien....

2 junge Ratoneros (Kniehohe Terrier) wurden in der Nacht aus „ihrem“ Grundstück gejagt und unter Prügel und Tritten vor das Hoftor befördert. Hier wartetn die 2 treuen Freunde Tag & Nacht wieder rein gelassen zu werden. Eine Nachbarin gab ihnen Futter und Wasser und zusammen mit ihrer Tochter Sabine versuchten sie es den Aussetzigen so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ich bekam von meiner Chefin Sabine eine Urlaubsemail, in welcher sie die beiden Hunde erwähnte. Ich leitete die Beschreibung und das Foto der Hunde weiter mit dem Gesuch einer Bleibe, z. B. eine Pflegestelle. Wie man es schon oft getan hat mit solchen Anfragen – ohne wirklich an Erfolg zu glauben.

Einige Tage vergingen und in einer Nacht verschwand unter heftigen Gebelle und Gejaule der kleinere der Freunde. Eine ausgedehnte Suche konnte den Hund nicht im Umkreis finden, aufgrund der nächtlichen Ruhestörung vermutete man den Tot des kleinen Rüden, aufgrund einer Beißerei.

In Deutschland rührte sich nun unser Kücken, sie würden den Hund als Pflegestelle aufnehmen! Wow, das waren tolle Nachrichten! Sofort setzte ich mich mit Sabine in Verbindung und alles kam ins Rollen, ihre Mutter hatte ein Auge auf den Aussetzigen, die Tierschützer vor Ort wurden informiert und ein Flugpate gesucht,

Doch dann die Überraschung mit der Niemand gerechnet hatte: der kleine Ratonero war zurück gekehrt. Ziemlich mager und mit einigen Wunden schleppte er sich zurück zu seiner Familie. Natürlich mussten wir nun beide gemeinsam in ein besseres Zuhause bringen und so wurden im Auftrag von Sabine die 2 Kerlchen gechipped, entwurmt, geimpft und auf alle möglichen Krankheiten untersucht. Kerngesund und mit Pass reisten am 26. Juli „Jim & Joe“ nach Frankfurt zum Flughafen. Gespannt warteten wir auf die Transportbox in welcher beide Hunde untergebracht waren. Unzertrennlich... es war sehr aufregend und auch gleichzeitig ein wunderschönes Gefühl den 2 Kerlchen geholfen zu haben. Doch nun standen wir vor deutschen Problemen: der Aufzug st viel zu klein für den Gepäckwagen mit der riesigen Box. Also Box runter vom Wagen, rein in den Aufzug und zum Aussteigen anders herum. Das gleiche Problem dann bei der Tür zum Parkhaus, die armen Kerlchen sind beinahe Seekrank geworden weil wir sie immer in ihrer Box umheben mussten ;o)




Nachdem sie nicht aus ihrer Box raus wollten, stellten wir die 2 mit Box in den Kofferraum und aufgrund der ausgeprägten Unsicherheit strichen wir das „erstmal gassi gehen“ von der Liste und fuhren direkt los. Noch immer etwas Ungewiss ob beide bei Verena bleiben könnten fuhren wir mitten in der Nacht mit dem Transporter im Gepäck in die Röhn. Die Uhr zeigte nach Mitternacht als wir auf dem Hof einfuhren. Mit inzwischen geübtem Griff setzten wir die Box im Garten ab und die 2 Hunde kamen sofort heraus gekrabbelt und liebten die frische Luft, das weiche Gras und die Liebevollen Hände.











Verena veliebte sich natürlich sofort in de 2 kleinen Wesen und wir freuten uns das der größere schon sehr viel zutrauen gewonnen hatte. Während dessen versicherte Sabine Verenas Mutter das wir jederzeit einen oder beide Hunde wieder abholen falls es zu viel für die Familie wird. Aber erstmal dürfen BEIDE bleiben. Das machte uns sooo glücklich. Und Jim & Joe sicher auch.

Bevor wir die Heimreise antreten durften „mussten“ wir noch einen Cappucchino zwischenschieben. Sabines Auto sprang nicht mehr an ^^ wir mussten auf den Retter in der Not mit dem Starthilfekabel warten. Auf der Heimfahrt (um 4 Uhr war ich zu hause) waren Sabine und ich allerdings dank Cappucchino hellwach und haben es geschafft nicht geblitzt zu werden obwohl die Dinger an jeder Ecke lauerten.

Eine Erfolgreiche Nacht des Hunde-Engel-Help-Force-2-Team :D

Ich hoffe Verena berichtet regelmäßig über die Fortschritte der beiden und noch mehr hoffe ich das sich bald eine Familie findet bei der die 2 Jungs alt werden dürfen!

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„2 Hunde sind einer zu viel“ hatte ich in den letzten Tagen oft zu hören bekommen.

Am Anfang war geplant, dass wir nur einen Hund aufnehmen, da der andere verschwunden war. Es dauerte nicht lange, war schließlich auch meine Mutter überzeugt. Diesem Hund muss geholfen werden!

Momo schickte mir dann immer wieder Informationen bis schließlich eine Nachricht mit dem Titel „Hunde“ in meinem Postkasten landete. Der zweite Rüde ist tatsächlich wieder aufgetaucht!

Das ist großartig – aber wie bringe ich das meiner Mutter bei? Überreden unmöglich, denn was einen Zweithund angeht, hatte sie eine klare Meinung – NEIN. Sie hatte außerdem Bedenken, dass ich einfach Momo zusage und dann plötzlich doch beide vor der Tür stehen.

„Das werden wahrscheinlich so Leute sein, die den Hund bringen und dann muss man sehen, wie man mit ihm zurechtkommt.

Und jetzt sind es auch noch zwei. Vermittelt werden die sowieso nicht, na klasse…“


Ich habe versucht, ihr das auszureden, aber so richtig auf mich hören wollte sie nicht. Umso besser, denn was da in dieser Sonntag-Nacht auf den Hof gefahren ist, war viel mehr als das Gegenteil.

Sabine hat uns gleich ein ganzes Paket an Zubehör dagelassen, angefangen vom Hundekotbeutel bis hin zu Hundeshampoo war wirklich alles dabei.

Natürlich hat sie mit meiner Mutter gesprochen und siehe da… auf einmal war das mit den zwei Hunden gar nicht mehr so schlimm. Zumal sie sich so gut verstehen und eine Trennung unmöglich wäre. Nachdem Momo und Sabine sich auf den Heimweg gemacht haben, verlief unsere Nacht sehr ruhig.

Als ich die Hunde allein gelassen habe, hörte ich nach einer viertel Stunde ein leises Jaunern und habe schon geahnt, dass Joe erst noch einmal raus muss. Wir hatten die beiden in der Transportbox drin und es war auch kein Problem, nur einen Hund herauszuholen.

Den Rest der Nacht schliefen die Hunde wunderbar durch und sogar mein Frühstück wurde mit einem Schnarchen begleitet.





Weiter ging es dann mit Geduld und Trockenfutter. Schon bald kam Joe aus der Höhle gekrochen. Jim war noch sehr zaghaft, aber der Hunger besiegte die Angst.

Den Tag haben wir fast ausschließlich im Garten verbracht.

Genauer gesagt in der Sonne gelegen und gedöst, Jim & Joe haben in der Zeit den Vorgarten umgegraben *räusper*.

Nur das an der Leine-Laufen müssen wir noch etwas üben.



















Ein riesengroßes Dankeschön noch mal an Momo und Sabine! Ohne euch beide wäre das Ganze wohl kaum möglich gewesen.



Eure Momo und Verena
HIER gehts zu Verenas Pflegestellentagebuch!!