13.04.2009 - Vielseitigkeitsturnier in Herchenrode

Nachdem Teba pünklich zum Turnier schnell eine Lahmheit aus den Hufen zauberte, konnten wir leider nur Jackomo mitnehmen. Ablaufen der A Strecke war zwar erst um 13 uhr, aber ich wollte gern zeitig dort sein, um noch meiner Freundin Anke bei ihrem E-Ritt zuzusehen. Diesmal etwas exotisch: fürs Daumendrücken und Fotos machen waren Sabi und Niels mit dabei.








Angekommen hatte die E gerade begonnen und ich hatte Anke schon am Abreiteplatz entdeckt. Noch genug Zeit sich bei der Meldestelle nach Teilnehmerzahlen und Zeitplan zu erkundigen. Wir positionierten uns an einer übersichtlichen Stelle und beobachteten die Ritte. Besonders knifflig erschien die Passage vom Platz auf die Wiese runter, da die Pferde in eine schmale Gasse müssen, umringt von Zuschauern hinter einer orangenen Absperrung. Ich war erstaunlich ruhig und wirklich garnicht nervös, wunderte mich schon selbst. Aber ich hatte meine Gedanken auch noch viel bei Teba und irgendwie erwartete ich nichts aussergewöhnlich Gutes oder Schlechtes an diesem Tag.

Ankes Durchlauf war stilistisch wechselhaft: eigentlich sehr schön aber leider musste sie enorm viel mit Stimme, Gerte und Sitz treiben. Sie bekam eine 7.0 und wurde somit noch platziert. Ein paar bekannte Gesichter hatte ich auch noch unter den Schleifensammlern entdeckt. Ich freu mich auf die Sasion!

Wir gingen die Strecke für die A ab und Corinna gab mir noch ein paar Tipps für den Weg und das Anreiten der 2 überbauten Gräben (mit fließend Wasser, so wie Jackomo es besonders liebt...) danach sattelte ich in aller Ruhe und hatte noch gute 30 Minuten Zeit bis zum Start.






Vor mir ging Frau Highlight mit Mareike ins Gelände, 2. Starter waren wir. Eine kleine Schrittrunde um die Ecke und da war sie endlich, die kleine Aufregung im Bauch bevor es los geht. Ich hatte nämlich keine Ahnung wie spät es ist. Muss ich zurück? Schon traben? Mich beeilen...? Glücklicherweise kamen viele Zuschauer zum Turnierplatz und so konnte ich einen Passanten fragen. Puuuuhhhhh noch 20 Minuten. Ideal. Also etwas abgetrabt und anschließend ein paar kleine Sprünge auf dem Abreiteplatz gemacht. Dieser war allerdings etwas klein, so dass ich kaum ein Geländetempo reiten konnte. Jackomo kratze um die Ecken und ich musste dann doch etwas unvorbereitet aufs Vorbereitungsviereck. Hier konnte Jackomo sich schon an die Atmosphäre gewöhnen und ich merkte an seiner Art zu laufen, dass er genau wusste was gleich ansteht. Ohren gespitzt, Brust rausgestreckt und jederzeit zur Attacke bereit! Highlight kam gerade durchs Wasser und donnerte zurück auf den Platz, um den letzten Sprung zu absolvieren. Schön gemacht. Belohnung für diesen Ritt: 8.0!

Meine Aufregung war wieder verschwunden und ich freute mich einfach auf die Strecke. Ob ich nun auch eine 8.0 bekomme oder nicht, das kümmerte mich wenig. Grüßen und los gings.






Brrr Jackomo, nicht schon über die Startlinie schießen, als wäre der Teufel hinter uns her. Beim 2. Sprung ging er auf groß und ab hier war der Schalter gelegt.


In herrlichem Rhythmus durch die enge Passage und über die Folgesprünge. Der Wind um meine Nase, Zuschauer und Richterblicke im Rücken ans andere Ende der Wiese.


Sprung 5 war über den Bach – Jackomo merkte es erst, als er schon abgesprungen war. Jetzt war er allerdings leicht misstrauisch, als es bei Sprung 7 wieder über den Bach ging.


Doch dank der Anreitetipps von Corinna und der leicht abfälligen Strecke konnte ich seinen Rhythmus auch hier erhalten und wir waren schon im ersten Ziel der Strecke: ab hier keine Gräben mehr!


Weiter über einige einladende Hindernisse, Mauer, Rennbahnsprung, Entenhaus und zurück über die Brücke. Alles vorbereiten zur Wasserpassage, das Wasser war hier etwas ungewöhnlich, die Oberfläche war so hoch wie der Sprung selbst und ich wusste nicht, ob Jackomo vielleicht denkt es sei ein Billiard ;)


Aber scheinbar denkt er generell nicht viel, denn er machte einfach schnurgeradeaus weiter, nach dem Baumstamm ins Wasser rein und wieder raus. Nun kamen auch wir zum letzten Sprung auf dem Reitplatz.


Ein guter Ritt, ich hatte viel Spaß und mein Pferd lief toll. Ich klopfte ihn und liess ihn austraben. Kaum beim Abreiteplatz und den Anhängern fragte mich aus jeder Ecke:"Und, welche Wertnote???" – Ich hatte keine Ahnung, und beosonders wichtig kam es mir auch nicht vor. Stil ist ja immer so eine Sache, entweder sie mögen mich, oder sie mögen mich nicht.

Corinna kam mit der Antwort! Sie mögen mich: 8.5 für Dr. Dr. Hubi und mich! WOW! Jetzt war ich doch wieder ganz aufgeregt. Was werden wohl die Anderen haben? Es kommen ja noch viele. Silke S. war auch vor Ort und sie hat ein springgewaltiges Stütchen – sie könnte mir meine Wertnote auf jeden Fall streitig machen. Aber eigentlich wäre sie jemand, dem ich es gönnen würde, nachdem sie in Waitzrodt so viel Pech hatte. (War die ganze Saison führende der VA Trophy und flog bei der Endwertug komplett raus)

Die anderen Reiter kannte ich nicht so gut oder wusste, dass sie selten Stilprüfungen gewinnen. Also zusammen mit meinem Hasenpfotenglücksteam an den Rand gesetzt und gewartet. Jackomo hatte nach ausgiebigem Schrittspaziergang inkl. Plaschen im Bach noch mal Hängerpause. Die Noten blieben unter 8.5 und ich war schon zimelich sicher unter die ersten Drei zu kommen.




Dann kam Silke an den Start. Kurze Plauderei, wünschte ich ihr viel Glück. Aber hier Silke, net übertreiben! Ne 8.4 schenk ich Dir sofort, aber mehr muss ja heute auch nihct sein, gelle? ;) Wir lachten. Silke ritt und obwohl das Stütchen wenig trainiert hatte, zeigte sie sich sauber und routiniert auf der strecke.

Ein kleiner Rumpler, weil das Wasser tiefer war als erwartet, kam sie zufrieden ins Ziel. 3x dürft ihr raten welche Wertnote sie bekommen hatte..... 8.4!!!

Ich musste sooo lachen, vermutlich denkt sie jetzt ich habe Verbindungen zu den Richtern, aber das habe ich wirklich nicht. Ich gewann diese Prüfung und Silke bekam den zweiten Platz. Natürlich bekam sie eine Einladung zum Sekt, welche sie auch annehmen wollte!

Aber ich musste staunen! Das Turnier wurde so schnell abgebaut und die Tische zusammen geklappt, als hätte man noch einen strengen Zeitplan einzuhalten und noch baffer war ich an der Getränketheke: es gibt keinen Sekt!!! :-O Doch ich muss so erschrocken ausgesehen haben, dass mir eine freundliche Dame von der Organisation eine Flasche aus der Wirtschaft holte, inkl. Gläsern. Das ging ja gerade nochmal gut ;-)

Zusammen tranken wir dann den Sekt, Pfläumchen und plauderten über die Reiterei. Schön wars! Ich hoffe aber, dass zum Rest der Saison immer 2 gesunde Pferde im Anhänger mit nach Hause fahren. Das ist wichtiger als die Schleife am Rückspiegel!



Eure Momo