11.04.2009 - Fahrerlehrgang



Fahrerlehrgang

Hallo Ihr Lieben,

da von mir ja schon ganz lange nichts mehr zu hören war, dachte ich mir, ich könnte ja auch mal wieder einen Bericht schreiben. Ein Thema fand sich auch schnell: Fahrlehrgang bei Alfred Köppen und Erika Röder in Offenthal.

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und der Möglichkeit, die sich über den Winter eingeschlichene Langeweile zu vertreiben (ich hätte gerne mal welche) habe ich mich im Januar kurzentschlossen zu einem Fahrlehrgang angemeldet. Das ist mal was neues, bisher kannte ich Pferd doch meistens von oben oder von der Mitte des Longierzirkels aus.

Mitte Februar ging´s los mit Theorie und Griffe üben am Fahrlehrgerät. Das ist für einen eingefleischten Reiter gar nicht so einfach, man ist doch immer wieder versucht, die Fahrleinen wie einen normalen Zügel in die Hand zu nehmen. Warum das wenig sinnvoll ist, konnte ich dann bei der ersten praktischen Fahrstunde am Samstag nach Fastnacht feststellen. Meine ersten vierbeinigen Opfer hießen Jan und Lorena, zwei überaus freundliche Norweger, die bei Erika Röder in Offenthal wohnen und nun meine Versuche, mit dem Achenbachschen Fahrsystem zurecht zu kommen über sich ergehen lassen mussten. Das ging aber schon ganz gut und ich habe festgestellt: Fahren macht richtig Spaß und es wird einem längst nicht so kalt, wie ich mir das vorgestellt habe.

Von nun an ging es jedes Wochenende auf die Kutsche, mal einspännig, mal zweispännig, mit Lorena, Jan, Lilli oder Jankor. Diese kleinen gelben Pferde sind wirklich sehr nett und ich habe sie echt schätzen gelernt. Wir sind im Straßenverkehr unterwegs gewesen, auf dem Dressurplatz und gegen Ende des Lehrgangs durfte ich dann sogar mal in den Kegelparcours der „Großen“. Das macht Spaß!!!

Neben dem Fahren stand jeden Dienstag Theorie büffeln auf dem Stundenplan. Schließlich wollten ja alle Lehrgangteilnehmer am Ende des Kurses eine Prüfung ablegen. Ich war hier mit kleinem Fahrabzeichen übrigens die „Kleinste“ alle anderen haben Bronze oder Silber gemacht. Aber: Da komm ich auch noch hin!

Nach wochenlangen Vorbereitungen war es dann am Ostersamstag soweit: Die Prüfer für´s Abzeichen waren da. Es sollte ein rundum gelungener Tag werden: das Wetter toll, die Pferde gewaschen und frisiert, Geschirr und Kutsche geputzt und die Prüflinge doch ziemlich mit den Nerven runter. Ich musste als erste fahren, weil ich ja in den Straßenverkehr musste. Das macht am Samstag vor Ostern um 10.00 Uhr, wo ja wirklich jeder unterwegs ist und Ostereinkäufe macht, echt Laune. Wer auch immer sich einen solchen Termin für eine Prüfung ausgedacht hat, wollte uns bestimmt ärgern. Aber meine beiden kleinen Gelben waren echt super drauf und haben sich nicht aus der Fassung bringen lassen. Sogar die gefürchtete Kehrtwendung klappte richtig gut und nach ca. 20 Minuten durften wir wieder zurück. Nun mussten die Anderen rann und auf dem Dressurplatz, im Kegelparcours und auf dem Longierzirkel beweisen, dass man bei Köppens tatsächlich was lernt. Haben sie auch alle und waren super gut unterwegs.

Anschließend ging es dann zur theoretischen Prüfung. Ich war hier als letzte dran. Das sollte bestimmt ausgleichende Gerechtigkeit sein, war aber meiner Nervenstärke nicht unbedingt zuträglich. Hab dann aber trotzdem noch alles gewusst :o)

Am Ende des Tages konnten sich dann alle über ihre bestandene Abzeichenprüfung freuen und es wurde auch noch kräftig gefeiert. Fahrer sind trinkfest, da sind die Jagdreiter harmlos dagegen!

Nun ist es vorbei und ich werde die Wochenende mit den offenthaler Fjordis echt vermissen. Es war ein toller Lehrgang, wir alle haben super viel gelernt und hatten viel Spaß miteinander. Ganz lieben Dank alle Erika und Alfred für die schöne Zeit. Ich komme wieder!

Eure Gabi