21.02.2009 - Umzug mit Umwegen


Pepperoni und Valencia… Umzug, Klappe, die Zweite!!!


Schon seit Dezember 2008 war es klar, dass meine Hotties im Februar wieder um­ziehen würden. Ich hatte zwar erst im Juli den Stall gewechselt, aber erstens kommt es an­ders und zweitens als man denkt.

Am 21.2. war es dann soweit. Ich holte eine Freundin morgens um 8 Uhr von zu Hause ab, gegen 9 Uhr wollten wir los reiten. Wir hatten einen ca. 3.5 Stunden-Ritt vor uns. Ich hatte mich gegen das Verladen entschieden, denn bei Valencia dauert dies ca. 2.5 Stunden. Dann lieber entspannt reiten.

Wir also gut gelaunt, bei trockenem Wetter (und wir hofften, dass es so bleibt) ab zum Stall. Hotties geputzt, gesattelt, noch die letzten Sachen ins Auto und drauf auf die Zossen. Noch schnell ne SMS an unsere „Abholer“ geschrieben, dass wir los reiten und es konnte losgehen.

Erst kamen wir gut voran. Gewerbegebiet, Autos, Lkws, Baukräne, Container, Kreis­sägen kein Problem. Durchs Gewerbegebiet durch auf eine schmale wenig befah­rene kleine Straße… und da waren sie, die Pepperoni dazu veranlassten Meter um Meter rückwärts zu gehen und auch auf keinen Fall mehr vorwärts zu wollen… die rosaroten für Menschen nicht sichtbaren Zaun-Meerschweinchen mit den Säbelzäh­nen…Alles Überreden half nichts. Valencia sah die gefährlichen Tierchen zwar nicht, sah aber auch nicht ein, alleine weiter zu gehen. Ich also abgestiegen, wollte Peppi vorbeiführen… dachte ich. Ne auch das wollte sie nicht. Sie ging rückwärts, Schritt um Schritt (Wir bedenken „Ein Vollblut liebt die Show“ Jaaaaaaaaaaaaa genau). Schlussendlich ging sie dann doch prustend und schnaubend weiter. Und auch Frau Panzer setzte sich wieder in Gang. Um sicher zu gehen, dass wir irgendwann diese Straße hinter uns lassen können, habe ich erstmal ein Stück weiter geführt und wollte im Wald wieder aufsteigen. Gesagt getan und jeder Gang macht schlank.

Als wir im Wald angekommen waren, war erstmal wieder alles ganz easy. Ich stieg wie­der auf und weiter ging’s. Doch einen Punkt hatten wir nicht bedacht. Wir mussten auf der Strecke durch den Wald durch den Rotbach reiten. Ein reißender Fluss von 5 cm Tiefe, mit fiesen Strömungen…Ja und da war es wieder. Peppis Kupplung war kaputt und leider ging nur noch der Rückwärtsgang. Während bei Valencia nur noch Leerlauf angesagt war. Nicht vor, nicht zurück und als es nen Klaps gab, nur vorne mal ein bissel ansetzen… Wir probierten, machten, taten… es ging nichts. Ok… Dann gehen wir eben über die Brücke… dachten wir. Ich also los mit Peppi, Peppi kurz gezögert, dann drüber. Aber jetzt wollte die Dicke nicht. Wir hatten die Rech­nung ohne sie gemacht. Auch hier half wieder nichts. Letztendlich entschieden wir uns ein Stück zurück zu gehen und den Weg über die kleinen Straßen zu nehmen. Da waren wenigstens keine Brücken und Flüsse…

Das lief dann soweit auch problemlos ab. Als wir an unserem vereinbarten Treff­punkt, wo wir abgeholt werden sollten (da wie ab hier den Weg nicht mehr kannten) angekommen waren, rief ich an um zu fragen wann sie kommen. Ich bekam zu hören „Waaaaaaas? Ihr seid schon da? Wir sind noch gar nicht los geritten. Ich meld mich, wenn wir los reiten, dann brauchen wir noch ne halbe Stunde. Wir:"… Na toll“.Tja, also mussten wir warten. Endlich kam der rettende Anruf: „Wir sind jetzt unterwegs, aber ihr könnt uns schon mal entgegen reiten, den ersten Hellweg Richtung Sträter“. Ich wiederholte die Aussage und guckte meine Mitreiterin an wie ein Fragezeichen. Sie nickte. Ich: „Ok, machen wir“. Also wieder in den Sattel und nun merkte ich, dass auch mir der Hintern mittlerweile etwas wehtat. Außerdem fröstelte ich nun auch ein bissel und wollte eigentlich nur noch ankommen und nen warmen Cappuccino trinken. Wir ritten und ritten und ich meinte: „Also so langsam müssten wir die Anderen doch se­hen“. Und da kamen sie auf einmal um die Ecke gebogen. Zu fünft!!! Der halbe neue Stall war mitgekommen, um mich abzuholen. Fand ich ja total süß. Es ging nur „Hallo, Hallo, Hallo“ durcheinander. Die Pferdchen allerdings fanden es recht doof, dass da auf einmal so viele unbekannte Gesichter waren. Pepperoni wusste gar nicht wen sie zuerst anzicken sollte. Wir uns also auf den Weg gemacht. Dabei erzählt und ge­schnattert wie der Ritt verlaufen war. Nach einer doch kurzen Zeit waren wir da. Und konnten vom Wald direkt auf den Hof reiten. Super coole Sache! Auch deswegen hatte ich mir diesen Hof ausgesucht, mir fehlte am alten Stall einfach die Nähe zum Wald.

Dort angekommen wurden wir von den anderen Einställern begrüßt. Es waren bis auf einen alle gekommen. Wir sattelten die Pferde ab, packten unsere Klamotten weg und ich stellte meine beiden erstmal in ihre neuen Boxen. Ui ui ui, beide fanden dies völlig bescheuert und gerade Peppi drehte total durch. Ich versuchte sie mit Worten zu beruhigen, was tatsächlich relativ schnell gelang und sie fing an Heu zu knabbern.

Dann sollte es in die Herde gehen. Wir waren sehr gespannt, da Valencia und Pep­peroni zwei Wallache aus der Herde schon kannten. Wir hatten an meinem alten, vorherigen Stall schon mal zusammen gestanden. Als sich alle platziert hatten, lie­ßen wir die Pferdchen auf den Paddock und es ging eine Riesen-Rennerei los. Bei Valencia und ihrem Lieblingswallach von damals flammten sofort die alten Gefühle wieder auf, während Peppi damit nix am Hut hatte. Sie ist eine klassische Einzelgän­gerin, fühlt sich in der Herde zwar wohl, will aber in Ruhe gelassen werden.

Als die ganze Rennerei vorbei war, standen alle ganz friedlich beieinander und als meine beiden Süßen sich dann noch in die dicke Matsche schmissen, um sich zu wälzen, wusste ich, dass es meinen Pferdchen hier gut gehen würde.



Eure Julia