22.02.2009 - Rodeltag


Rodeltag auf der Wasserkuppe

Wir hatten ja schon geplant, dass es einen Kamikaze-Besuch bei mir in der Rhön gibt. Nur das Datum war noch nicht ganz klar, also haben wir es erstmal auf den Herbst verschoben. Als ich am Freitag ins Forum schaute, lese ich, dass Sarah, Momo und Corinna trotzdem schon mal kommen wollen, zum Rodeln.

Ich musste erstmal aufstehen und schreien. Wie geiil – ich bekomme Besuch – schon am Sonntag – waaaaaah :D.

Welchen Kuchen backe ich denn jetzt?

Also erstmal alle Rezepte durchwühlen. Ah, wie wäre es mit einer Schwarzwälder – Kirschtorte? (Die darf ich sonst nie backen, weil niemand außer mir Kirschen mag…)

Ich habe am Samstag mit dem Backen angefangen und sie ist größer als erwartet geworden. Aber nach dem Rodeln hat man ja auch Hunger.

Sonntag morgen um halb 8 war die Nacht für mich zu Ende.

Ich hatte Halsschmerzen und keine Ahnung, was ich bis halb 12 (die Uhrzeit, wann die Mädels ungefähr kommen müssten) machen sollte. Die Torte war schließlich schon fertig! Also habe ich Schnee geschoben … zwischendurch gefrühstückt und ganz viel gewartet.

Und auf einmal klingelt mein Handy. Es erscheinen 4 verpasste Anrufe. Einer war von Sarah um 9:13. Ich hatte sie gebeten, mich anzuklingeln, bevor sie losfahren.

Normal war die Abfahrt um 9:30 geplant.

Hm… komisch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie früher losfahren, als geplant :D.

Dann wären sie aber früh dran gewesen. Na gut, eine viertel Stunde ist jetzt nicht dramatisch, aber für mich als Rhöner (die gerne mal zu spät kommen xD) sehr ungewöhnlich.

Die 3 anderen Anrufe waren unbekannt und von den letzten Tagen.

Das komische war, dass mein Handy sie nicht schon früher angezeigt hat.

Irgendwas stimmt damit nicht.

Hoffentlich können sie mich auch erreichen, wenn unterwegs etwas sein sollte.

Als die vier um halb 12 noch keinen Mucks von sich gegeben haben, habe ich Sarah am Handy angerufen.

Sie waren erst eine viertel Stunde unterwegs… .

Der verpasste Anruf um 9:13 war also gar kein Anklingeln.

Sarah hatte versucht, mich anzurufen, aber der Akku war leer. Dann muss ich ja noch länger warten =(.

Sonst habe ich Geduld ohne Ende, aber an diesem Tag ging gar nichts.

Dann verging die Zeit aber wie im Flug und pünktlich um 1 Uhr, als wir gerade Mittag gegessen haben erschienen die 3 samt Hunden.

Jule, Ria und Balou sind wie wild im Hof rumgesprungen. So viel Schnee gibt es bei ihnen nicht, da macht das Toben richtig Spaß.

In der Zwischenzeit haben wir noch 3 Schlitten geholt und sie im Lendi verstaut.

Dann konnte die Fahrt auf die Wasserkuppe ja losgehen!

Leider hatte das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Es war sehr neblig und auf der Wasserkuppe war „eine Suppe“.

Aber davon lassen sich doch Kamikaze-Reiter nicht abschrecken!

Wir sind unterwegs an verschneiten Dörfern wie Obernhausen und Sandberg vorbeigefahren. Die Straße war seitlich von zwei 1m-hohen Schneewällen begrenzt.

Am Parkplatz Fuldaquelle angekommen, haben wir alles erstmal ausgeladen und sind nach oben richtung Rodelbahn gelaufen. Jule wollte erst gar nicht mitkommen, hat sich dann aber wohl oder übel überreden lassen.


Wenn wir nicht so weit unten am Parkplatz geparkt hätten, hätten wir auch nicht so weit laufen müssen. Aber gut, daran habe ich nicht gedacht xD.


Unterwegs hatten die Hunde so richtig ihren Spaß. Kaum abgeleint rennen sie los, werden zurückgerufen, kommen wieder her – rennen wieder weg. Die ganze Zeit xD.

An der Rodelbahn hat sich Corinna erstmal an einem Schild orientiert. Im Gegensatz zu uns *lach*.

Sie hat gesagt, wenn das so ist wie abgebildet, dann würden wir ja bis ins Tal fahren. Freiwillige vor! Ich bin mit Momo und Ria gestartet. Der Schnee war relativ tief, deswegen sind die Holzschlitten nicht so gut gefahren. Kaum waren wir die ersten Meter entfernt (es ging leider nur sehr langsam voran), kamen Corinna und Sarah mit Jule und Balou auch schon hinterher. ATTACKE nach unten!

Erst eine Kurve, dann eine Zeit lang gerade aus. Anschließend gabelte sich der Weg. Wir entschieden uns für die erste Strecke. Es ging zwei große Kurven rum und dann war leider auch schon wieder Schluss.







Wir konnten nicht ohne Pausen durchfahren, da immer wieder tiefe Schneestellen kamen. Am Lift angekommen standen wir vor einem Stau. Skifahrer und Rodler wollten alle gleichzeitig einsteigen und wieder nach oben fahren.

Ein scheinbar „kompliziertes“ Punktesystem stand vor uns an einem Plakat angeschrieben. Das musste uns die Verkäuferin von den Tickets erst noch einmal erklären, bis wir die passenden Karten kaufen konnten.

Die Fahrt war achterbahnähnlich. Nur langsamer.

Ria hatte ziemlich viel Angst. Auf einmal wird Momo von einem Jungen mit Schneeball abgeworfen. So was freches. Püh!

Sie hat ihm gedroht, dass sie ihren Hund auf ihn hetzt. Ob er das gehört hat?!



Oben angekommen sind wir gleich wieder gestartet. Das Wetter sah nämlich nach Regen aus. Ich bin mit meinem Plastikschlitten in der Mitte der Bahn gefahren.





Der Schnee war da nicht so tief – aber dafür war da ein Meer aus Hügeln….

DONG – DONG – DONG – KREIIISCH!

Da hatten die 3 hinter mir was zu lachen =))). Diesmal entschieden wir uns weiter unten für die 2. Strecke, die kürzer, dafür aber steiler war.

Corinna und Sarah sind danach noch einen Mini-Berg runter gefahren (Video dazu ist vorhanden!).

Die letzten Meter zum Lift waren spiegelglatt. So hätte die ganze Rodelbahn sein sollen!



Das 2. Hochfahren ging dann etwas besser. Doch oben angekommen hat sich das Seil des Schlittens am Gitter unten am Boden verhakt. „Schnell Corinna, die nächsten wollen aussteigen!“ Sie kommen näher und näher… aber zum Glück wurde unser Wagon nur ein Stück nach vorne gestoßen und ist nicht wieder nach unten gefahren. Momo hat es dann aber geschafft, das Teil zu lösen.

Sie und Sarah haben sich die Hunde geschnappt und sind mit ihnen im Schnee spielen gegangen, während Corinna und ich ein drittes Mal gerodelt sind.















Als wir unten am Lift angekommen sind, war die Schlange noch länger! Es hat lange gedauert bis wir oben waren, doch Momo und Sarah haben schon mit einem Glühwein in der Hand auf uns gewartet. Momos helle Skihose war braun und Sarah total durchgeweicht, als wir uns entschieden, langsam Richtung Parkplatz zu laufen. Unterwegs trafen wir einen netten Herrn, er ein Foto von uns machte. Vielen Dank!

Der Weg zum Auto war etwas erschwerlich. Wir sind erst auf der Straße gelaufen und dann auf der Wiese. Die Wiese konnte man jedoch vor Schnee nicht mehr erkennen. Mitten drin ragte die obere Hälfte eines Flugplatzschildes heraus.





Während Momo und Corinna schon ganz weit vorne waren, blieb ich mit Sarah hinten, die sich mit ihren nicht-Rhönwinter-tauglichen Schuhen sinkend durch den Schnee kämpfen musste. Am Lendi angekommen wurden die Hunde erst einmal ordentlich abgetrocknet und samt Schlitten darin verstaut.

Bei uns daheim angekommen gab es Kaffe und Kuchen, so wie ein schön warmes Wohnzimmer. Bei der Kälte ist ein Ofen goldwert :-).

Meine Mutter konnte es kaum fassen, wie brav Ria und Balou waren. Jule ist im Lendi geblieben. Die Leute von der Wasserkuppe waren echt super hundefreundlich. Hätte ich nicht gedacht!

Wir saßen noch eine Weile gemütlich beisammen und haben uns aufgewärmt, bis Momo, Corinna und Sarah wieder fahren mussten.

Es war total schön mit euch und ich hoffe, dass ich euch bald besuchen kann!

Euer Kücken