12.01.2009 - Schneeritt


Wer reitet so spät durch Nacht und Wind...


Wie eigentlich jede Woche war ich mit meiner Freundin gegen 18.30 Uhr zum all montäglichen Abendritt verabredet. Immer wenn es das Wetter zulässt – also wenn es nicht gerade wie aus Kübeln schüttet – unternehmen wir in der Herbst- und Wintersaison einen „Dunkel-Ritt“.

Als wir zum Stall kamen, waren die vier im Hof laufenden Beagles schon total aufgeregt. Die Hunde wussten glaube ich genau, dass sie heute wieder mit durften.

Natürlich wollten wir unseren Ritt von den Bodenverhältnissen abhängig machen, denn der Boden war ja schon seit Tagen gefroren und nun hatte es auch noch geschneit. Sollte es zu glatt sein, könnten wir ja noch immer umkehren. Gegen das Aufstollen des Schnees hatten wir ja immerhin schon Hufgripps unter den Eisen der Pferde und Widia-Stifte gegen das Rutschen.


Natürlich wurden die Pferde erst ausgiebig verwöhnt – so ein paar Leckerchen müssen schon sein – und ordentlich geputzt. Immerhin hatte das Wetter und das Aufstallen den Vorteil, dass die Pferde gar nicht so schmutzig waren. Also gesattelt, uns warm eingepackt und los ging's!

Vor lauter Freude kriegten sich die Hunde kaum ein. Das war ein Hüpfen, Wedeln, Springen und im Schnee schnorcheln!

Die ersten Schritte der Pferde waren doch noch vorsichtig, tastend, zaghaft. Aber nachdem die beiden gemerkt hatten, dass es stellenweise zwar bissel rutschig, aber grundsätzlich doch recht griffig war, waren sie nicht mehr zu halten und stapften flott und munter voran.


Tino musste dann natürlich unbedingt mal untersuchen, ob man das komische weiße Zeug eigentlich fressen kann oder ob das, was darunter noch an Gras war, noch genießbar ist. Also stand er wie ein Fels in der Brandung mitten auf dem Wiesenweg, hat mit seiner Nase das Gras frei gelegt und wollte futtern. Als ich ihn dann zum Weitergehen „motivieren“ konnte, war sein Kumpel schon ein gutes Stück weiter weg. Und was macht mein Pferd? „Hilfe, der Kumpel ist weg, also trab' ich wohl mal an.“ und merkte dann: „Huch, das rutscht ja jetzt doch! Vielleicht versuche ich es mal mit Galopp statt Trab.“


Ich muss zugeben: im Dunkeln und nicht genau wissend, wie der Untergrund ist, war mir dabei doch ein bisschen mulmig. Aber es ist ja nix passiert – Gott sei Dank!

Auf dem Rückweg – es ging leicht bergab – zeigte Tino einmal mehr, dass er einen Clown gefrühstückt hat. Er quiekte plötzlich, fing an Kopf und Hals zu schütteln, dass die Mähne nur so flog und setzte zum Bocken an. Nach einer kleinen freundlichen Ansprache meinerseits (*grins*) ließ er das Bocken dann aber glücklicherweise doch bleiben. Ich musste aber so lachen – es war halt einfach zu komisch – dass ich vor Lachen fast vom Pferd gefallen bin.

Fazit: Es ist zwar s**kalt, aber so ein Ritt im Dunkeln und im Schnee macht Vier- und Zweibeinern Spaß! Im Sonnenschein ist es natürlich auch schön – und meist sogar ein bissel wärmer. Würde noch mehr Schnee liegen, wäre es fast noch schöner!


Eure Yvonne