28.12.2008 - Ritt ins Neue Jahr

Für mich fing der Ritt ins Neue Jahr sehr sehr früh an. Da Claudi ja heute auch umzieht, wollte ich natürlich hier auch noch helfen. Und da wir für unseren Ritt erst um 09:30 verabredeten, hatte ich davor noch Zeit.

Pünktlich, eher zu pünktlich war ich dann bei uns im Stall. Und da noch keiner da war, fütterte ich erstmal und nach kurzer Zeit kam schon Bianca um die Ecke. Kurz eine Zigarette geraucht, Tee getrunken und dann ging ich rüber zur Jessy, die im Stall Weih zuhause war. Von dort sollte ja mein Ritt losgehen, zusammen mit Jessy.

Dort angekommen, begrüsste Jessy mich, kreidenbleich, dick eingepackt und völlig erkältet. "Ich werde nicht mitreiten" "WAAAAAAAS????? Och Jessy - das gibts doch gar nicht!!" Wir hatten uns doch so sehr auf heute gefreut. Aber es war verständlich und selbstverständlich konnte ich auch trotzdem die kleine Sami reiten. Leider nur ohne Jessy dabei. Jessy gab mir noch den Hinweis, das sie die kleine Sami heute morgen beim Füttern zweimal gehustet hätte, ich es beobachten sollte. Sie war sich nicht sicher ob es richtiger husten war oder sie sich nur irgendwie verschluckt hatte.

Ich holte also die kleine Sami von der Koppel, putze sie und machte sie fertig. Reithelm auf, Jacke zugemacht und hoch mit mir. Und los gings. Bianca war noch nicht fertig, also ritt ich rüber. Nach kurzer Zeit gings los, das Sami anfing zu husten. Erst ein wenig, als Bianca kurze Zeit später dazu kam, wurde es nicht besser.

Für mich war es klar, Sami kann nicht mit. Der Husten war nicht einfach so ein Husten. Sondern es hörte sich doch recht böse an. Und das wollte ich einmal der Stute nicht antun, einige Stunden durch die Gegend zu müssen und vor allem die anderen Pferde vermutlich anstecken. Schade wars, aber die Gesundheit der Pferde geht eindeutig vor.

Bianca schlug vor, das ich die zweite Hälfte des Rittes mit Gracioso bestreiten dürfte. Das war dann doch ein Trost. Und so trennten sich die Wege, Bianca ritt in Richtung Treffpunkt und ich brachte Sami zurück in die Box.

Ich also dann ins Auto gestiegen und Momo angerufen. Wo sie dann gleich wäre, das ich ihr helfen könnte und schilderte was heute morgen war. Sie meinte nur kurz: "Nimm doch den Jackomo - ich würde mich freuen wenn er heute ein wenig Bewegung hätte!" Wooow was hat sie da gesagt??? Ich darf den Hubi reiten. "Klasse"

Also fuhr ich schnell in den Stall und machte den Jackomo fertig, den die Zeit war knapp und Momo mit Corinna auch schon auf dem Weg vom Lehrgang in Richtung Stall. Es war alles doch noch perfekt geworden.

Pünktlich um 11:34 traf ich dann auch mit Jackomo an der Tannenmühle ein und freut mich, die anderne zu sehen. Sarah, Bianca, Eva und Nicole warteten schon auf uns.

Eure Martina



Pünktlich um 10.30 Uhr starteten Eva und ich unseren Ritt vom Reitstall Löw aus Richtung Wolf, um Sarah einzusammeln. Vorher gab es noch einige verzweifelte Anrufe von Sarah, die um kurz nach 10.00 Uhr immer noch zu Hause fest saß und nicht in den Stall kam. Mit einem neidischen Blick auf Eva ritten wir langsam los. Sie hatte eine kuschelige warme Thermohose an, während mir schon nach wenigen Minuten Ritt bei Minusgraden die Oberschenkel einfroren – also: habe mir warme Gedanken gemacht. An der Kreuzung vor der der Brücke haben wir kurz auf Sarah gewartet, die auf Fuchsi auch schon um die Ecke getrabt kam. Zu dritt ging es weiter Richtung Tannenmühle, wo Bianca neben Schimmelchen schon auf uns wartete. Wir vermissten Punzel!!! Bianca erzählte uns vom Chaos am Morgen mit einer kranken Mitreiterin und einem hustenden Pferdchen. Wenige Minuten später kam Punzel auf Jackomo aus dem Gebüsch.

Kurze Pause – Warten ist schließlich anstrengend – und aufwärmen mussten wir uns natürlich auch. Mit eingefroren Gliedmaßen lässt es sich schlecht reiten. Sarah verteilte großzügig die ersten Klopfer. Ich muss gestehen, dass ich doch etwas erstaunt war, wie viel Fassungsvermögen eine Winterjacke hat.

Frisch gestärkt mit wärmenden Mitteln von innen auf leerem Magen – die „Medizin“ muss schließlich wirken - stiegen wir auf die Pferde und machten uns gemütlich auf in Richtung Fasanerie. Die Pferde waren toll.

Die Autobahnbrücke war problemlos, dafür führten einige ihre Hottis über die Holzbrücke, während andere ihre Knie einklappten. Wie gut, dass es auf der anderen Seite eine Aufsteighilfe gab – als Entschuldigung wurde Zwiebelwäsche angegeben (mit 10 Unterhosen, 3 Reithosen und mindestens einer Thermohose geht das natürlich nicht vom Boden aus!).

Und weiter ging es über die Wiese, wo mein Traki erstmal eine Pinkelpause einlegte. Was muss des muss. Am Bach mussten wir dann auf Schimmelchen warten, der mindestens eine Woche nicht getränkt wurde – mich wunderts, dass die Rodau noch Wasser führt!




Wenn Engel reiten – Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter und wann immer uns die gefühlten minus 50°C zu schaffen machten, holte Sarah aus ihrem unerschöpflichen Vorrat ihre Medizin und verteilte sie großzügig. Danach ging es frisch gestärkt und gewärmt weiter. Selbst die kurze Strecke auf der Straße konnte kein Hotti erschrecken.





Etwa eine Stunde nach Abritt Tannenmühle erreichten wir frohen Mutes nach einigen schönen Trabstrecken die Fasanerie, wo wir abstiegen. Und nur kurze Zeit später kam der Versorgungstrup mit Decken und Halftern für die Pferde und belegten Brötchen, Hackfleischbällchen und heißem O-Saft für die Reiter. Alle Pferde bekamen als Stärkung eine große Ladung Möhren. Es wurde heißer Apfelsaft bestellt, der auch bald kam. Es war eine schöne Pause mit völlig entspannten Hottis vielen Fotos und viel Gequatsche.
























Bianca und Gracioso


Nicole und Waterloo


Sarah und Fuchsi



















Martina und Jackomo

























Ich weiß gar nicht mehr, wann wir uns schließlich wieder auf den Rückweg machten, aber die Zeit verging viel zu schnell.

Das Aufsteigen erwies sich wegen Zwiebellook als schwierig, aber zurückgeblieben ist keiner. Nach einem letzten gemeinsamen Foto – und natürlich noch einem Schluck von Sarahs Medizin, die auf die Mitreiter verteilt wurde - ging es wieder zurück. Wir haben noch einige schöne Trabstrecken gefunden, bis wir uns von Bianca verabschiedeten, die sich auf den Heimweg machte. Zu viert ging es zurück Richtung Wolf, wo sich nach einem wunderschönen Tag die Wege trennten.