27./28.12.2008 - Lehrgang bei Andreas Ostholt, Kalbach

Nachdem ich mich entschieden hatte, nicht beim Winterritt mit zu machen sondern lieber den Lehrgang der IGV zu besuchen, wuchsen die Erwartungen.

Andreas Ostholt kannte ich noch nicht, aber allein die Tatsache das sein Bruder Frank Mannschaftsgold geholt hat, liess nur hohe Erwartungen zu. Der Preis von 70 Euro, der im Vergleich fast doppelt so hoch ist wie bei anderen Lehrgängen der IGV, verspach auch „mehr als Standard“.

Bei der Zeiteinteilung klappte es sogar, meinen Sonderwunsch zu erfüllen, schon um 9 Uhr, also in der ersten Gruppe, zu starten. Damit ich am Sonntag zumindest noch den Stopp des Winterausrittes mit bekomme. Perfekt!

An heilig Abend wurde nocheinmal neu gewürfelt, denn der Kameramann für Samstag war ausgefallen – und Videoanalyse ohne Video ist irgendwie lahm. Ein bischen hin und her telefoniert und abgemacht war, das Punzel am Samstag ein bischen filmt.

Endlich war es dann so weit, ich packte Jackomo ein und machte mich in eisiger Kälte auf den Weg nach Kalbach. Ungünstigerweise kannte mein Navi die Straße nicht, aber wir waren uns einig: erstmal nach Kalbach, dann sehen wir weiter.

Auf der A 661 überholte ich ein Gespann, das könnte meine Mitreiterin gewesen sein. An der Ausfahrt angekommen setzte sich der Mercedes in unseren Windschatten und folgte uns richtung Kalbach. Sicher eine Mitreiterin, toll! Dann soll sie mal überholen, ich habe ja keine Idee wo ich hin muss!

Doch sie überholte nicht. Irgendwann, mitten im Ort fragten wir nach ob sie den Weg kennen: nein. Aber wir haben hier eine Wegbeschreibung. (Sind uns aber trotzdem falsch nach gefahren. Danke für das Vertrauen ;o)) Kurz darauf hatten wir diese Wegbeschreibung, drehten, und im Neubaugebiet fanden wir endlich die Zielstraße.

In Kalbach ist es noch mal 10 Grad kälter als in Obersthausen. Fühlt sich zumindest so an. Ich inspizierte kurz die Umgebung, fand die Reithalle und dort wurden gerade Hindernisse aufgebaut. Ein klein wenig enttäuscht stellte ich fest, das es keine spannenden Geländehindernisse gab, die in die Halle gestellt wurden.

Aber muss ja nicht. Zurück zum Hänger und rauf aufs Pferd.


Gemeinsam mit Julia ritt ich dann zur Halle, vorbei an einem Paddock mit wilden Pferden – doch unsere 2 großen waren nicht wirklich aus der Ruhe zu bringen. Nur ein bischen Schweifstellen und Schnorcheln. Damit kommen wir zurecht.

In der Halle standen inzwischen fast alle Sprünge, Kreuze, 2 aus Plastikteilen, ein Oxer, 2 Steil. Insgesamt nicht viel spannendes Material. Aber das hat ja nichts zu bedeuten.




Wir stellten uns und unsere Pferde dem symphatischen Trainer vor und machten uns warm. Im Wahrsten Sinne des Wortes denn ich war eingefroren.



Meine Vorfreude war zu viel, wir begannen das Training mit einem Kreuz, und wir beendeten es mit einem Kreuz. Der Weg war nicht überraschend, die Tips nicht neu, Jackomo machte alles aus dem FF und nachdem sein anfänglicher Übermut (ein bischen hektisch) dann verflogen war und er konzentrierter mitarbeitete, konnte ich auch ganz still sitzen und förmlich in Schönheit sterben. Es war nett. Nicht aufregend, nicht schlecht, nicht fantastisch, nicht doof – aber eben auch nur nett. Die Aufgabenstellung war absoluter home-standard und ich hatte mir viel mehr erhofft.







Vielleicht fällt der goldene Groschen ja bei der Videoanalyse am Abend. Um 19 Uhr zum Pizza essen treffen und die Filmerei vom Tag ansehen. Nur leider war ich auf keinem Video drauf. Bei unserer Ankunft stand bereits eine Dame in der Halle, mit Kamera in der Hand. Wir waren überzeugt, Doritt hat noch jemanden zum Filmen gefunden. Aber die Dame war quasi privat und filmte nur die dritte Reiterin mit ihrem 5-jährigen Pferd.

Es war auch nicht uninteressant zu sehen wie die Reiter aus den anderen Gruppen mit der Aufgabenstellung klar gekommen sind. Gab immer wieder Pferde, die diese Aufgabe nicht so aus dem Ärmel schüttelten und die Ideen von Andreas dazu, fanden stets meine absolute Bestätigung. Also doch auf einer Wellenlänge, der Andreas und ich ;o)

Nachdem ich mir bestätigen liess, das auch am Sonntag nicht plötzlich riesige Hecken und Mauern auftauchen, kündigte ich bereits die Stute an. Nach Absprache mit Corinna brachte ich dann am Sonntag auch Teba mit. In der Halle war es schon etwas bunter, ich zählte 2 Kombinationen, 2 Ecken, 1 Wassergräbchen, 1 Steilsprung und einen weiteren Oxer. Na Tebchen, das kann ja heuter werden - in der Gruppe vor mir konne ich auch schon einiges über die Aufgabenstellung sehen. Oxer, schräg über einen Steilsprung und dann in die Kombination, In einer S Linie über 3 Sprünge, alles in Folge... ich freute mich auf kniffligen Aufgaben – und ich hoffte Teba benimmt sich und hält wegen einem Wassergraben nicht den ganzen Betrieb auf ;) – der Betrieb waren am Sonntag nur 2 Reiter, Luxusvariante.

Ich kündigte Teba an als „etwas explosiv“ und sagte noch: entweder wir sind unter den ersten 3 oder sie geht mir durch! Und dann zeigte ich ihr die Halle und die Hindernisse. Leicht verspannt betrachtete sie Weihnachtsdeko und Plastikbauteile der Ecken. Beim Traben liess sie aber schnell locker und schwingte mit, schnaubte ab, fühlte sich nach einigen Runden wohl. Die Springarbeit begann auf der gebogenen Linie über ein Kreuz mit Stange davor und dahinter. Wir schafften keine passende Distanz, teba machte sich immerwieser gerade und es fühlte sich nicht gut an. Nach gefühlten hundert Versuchen, mal mehr mal weniger schrecklich, wechselten wir die Hand, auf der rechten klappte es schon viel besser.

Danach ging es gleich weiter, mit einem Oxer auf gebogener Linie, Stange davor und dahinter. Das dies für Teba nicht einfach ist wusste ich, allein aufgrund der „vielen Stangen“ auf dem Boden. Ich ritt erst 2-3x von der Gerade und dann aus dem Zirkel heraus. Nachdem Teba wusste was sie sollte, klappte es sehr gut.

Jetzt waren wir warm. Andreas stellte uns weitere Aufgaben auf gerader und gebogener Linie, es hat so viel Spaß gemacht! Teba hat wunderbar mitgearbeitet, galoppiert, getrabt, gesprungen mit dem ganzen Körper, durchlässig, entspannt, konzentriert, am kleinen Finger zu manövrieren. Kein Pferd das wir vorher oder nachher beobachteten, machte diese Aufgaben auf Anhieb so locker und rhythmisch. Corinna und ich waren mehr als nur zufrieden, und auch der schöne Herr Trainer schien das Pferd zu mögen. Auch wenn er nicht ganz glauben wollte, das sie für die Rennbahn gezüchtet wurde ;-)

Ein absoluter Erfolg und ein toller Lehrgangssonntag. Wenn man mit Andreas (der einem sofort das „Du“ anbietet), erst einmal warm geworden ist, macht er einen großartigen Springunterricht, immer mit Ruhe und einer sinnvollen Idee bei der Sache, motivierend, fordernd, eine gute Mischung. Dabei lacht er und hat sichtbar Spaß an seiner Arbeit und den Pferden. So muss es doch sein, oder? Bei diesem Trainer wäre ein 3-Tages Lehrgnag vielleicht die bessere Variante, da er im Vergleich doch einen moment länger braucht sich auf seine Schützlinge ein zu stellen. So war zumindest mein Gefühl, das der komplette Samstag zum „Antasten“ verbraucht wurde.

Alles in allem bin ich aber gern wieder dabei wenn er einen Unterrichtswochenende anbietet. Jetzt kennen wir uns ja schon etwas ;-)



Eure Momo